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Echten und falschen Mehltau erkennen und bekämpfen

So unterscheiden Sie die beiden Krankheiten und schützen Ihre Pflanzen mit gezielten Maßnahmen.
Von der Westfalia Redaktion · Aktualisiert am 05.10.2026
Erstellt und geprüft von der Westfalia Redaktion.

Kurz erklärt: Echten Mehltau erkennen Sie an einem abwischbaren, weißen Belag auf der Blattoberseite; er tritt oft bei warmem, trockenem Wetter auf. Falscher Mehltau zeigt meist gelbliche Flecken oben und einen grauvioletten Belag unten, besonders bei feuchten Bedingungen. Entfernen Sie befallene Blätter, verbessern Sie die Luftzirkulation und behandeln Sie nur nach Pflanzenart und Mittelzulassung.

Weißer Belag auf den Blättern ist ein Warnsignal, aber nicht jeder Mehltau sieht gleich aus. Echter Mehltau und falscher Mehltau unterscheiden sich bei Erreger, Wetterbedingungen und Bekämpfung. Wenn Sie die Blattoberseite und -unterseite prüfen, können Sie den Befall besser einordnen und gezielt handeln.

Im Garten betrifft Mehltau unter anderem Rosen, Gurken, Zucchini, Weinreben und Zierpflanzen. Welche Pflanzen anfällig sind, hängt von der jeweiligen Erregerart ab. Ein Mehltau an einer Gurke springt nicht automatisch auf eine Rose über.

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Prüfen Sie bei verdächtigen Flecken immer beide Blattseiten.

Wie erkennen Sie echten und falschen Mehltau?

Beim echten Mehltau sehen Sie meist einen weißen, pudrigen Belag. Er sitzt häufig auf der Blattoberseite, kann aber auch Blattunterseiten, Triebe, Knospen und Früchte befallen. Der Belag lässt sich oft mit dem Finger teilweise abwischen. Darunter bleibt die Blattoberfläche geschädigt, wenn der Befall fortgeschritten ist.

Der Erreger wächst überwiegend auf der Pflanzenoberfläche und dringt mit feinen Strukturen in die äußeren Pflanzenzellen ein. Später verfärben sich Blätter gelblich oder braun, rollen sich ein und trocknen ein. An Rosen zeigen sich oft zuerst einzelne weiße Flecken an jungen Blättern und Triebspitzen.

Falscher Mehltau verrät sich häufig durch gelbliche, eckige oder unregelmäßige Flecken auf der Blattoberseite. Die Flecken werden später braun. Bei feuchter Luft bildet sich auf der Blattunterseite gegenüber den Flecken ein grauer, grauvioletter oder weißlicher Sporenrasen. Schauen Sie deshalb nicht nur auf die obere Blattfläche.

Falscher Mehltau wird von pilzähnlichen Organismen verursacht, den sogenannten Oomyceten. Anders als echter Mehltau braucht er für Infektionen meist anhaltende Feuchtigkeit auf den Blättern. Bei Gurken, Kürbisgewächsen und Salaten können sich die Flecken innerhalb weniger Tage ausbreiten, wenn Blätter lange nass bleiben.

MerkmalEchter MehltauFalscher Mehltau
BelagMeist weiß und pudrigOft grau bis violett, vor allem unten
FleckenWeiße Flecken, später gelbe oder braune BlätterGelbliche, häufig begrenzte Flecken oben
WetterOft warm, trockene Blattoberfläche möglichFeuchte Luft, Tau und nasse Blätter begünstigen Befall
ErregerEchte SchlauchpilzePilzähnliche Oomyceten

Verwechseln Sie Mehltau nicht mit anderen Belägen

Staub, Spritzrückstände und Kalkflecken können ebenfalls hell auf Blättern liegen. Wischen Sie einen kleinen Bereich vorsichtig ab und prüfen Sie, ob sich der Belag löst. Echter Mehltau erscheint häufig in Flecken, die sich vergrößern. Falscher Mehltau folgt oft den Blattadern und zeigt die gelblichen Bereiche oben sowie den Sporenbelag unten.

Auch Grauschimmel, Rost und Blattfleckenkrankheiten haben andere Merkmale. Grauschimmel wirkt eher pelzig und grau, Rost bildet orangefarbene oder braune Pusteln. Wenn Sie die Ursache nicht sicher bestimmen, nehmen Sie ein betroffenes Blatt zur Beratung bei einer Gartenfachstelle mit. Die richtige Diagnose verhindert, dass Sie ein ungeeignetes Mittel auswählen.

Sinngemäßer Fachhinweis: Feuchte Blattoberflächen und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen den Befall mit Falschem Mehltau. Prüfen Sie deshalb die Blattunterseite und die Bedingungen am Pflanzenstandort.

— Julius Kühn-Institut, Informationen zu Pflanzenkrankheiten

Warum breitet sich Mehltau aus?

Mehltau entsteht nicht einfach durch mangelnde Sauberkeit. Erreger gelangen über Sporen an die Pflanze und können sich bei passender Witterung rasch vermehren. Wind, Spritzwasser, dicht stehende Blätter und befallene Pflanzenreste tragen zur Verbreitung bei. Welche Bedingungen besonders günstig sind, hängt davon ab, ob echter oder falscher Mehltau vorliegt.

Echter Mehltau tritt oft bei warmem Wetter und feuchter Luft auf. Er braucht keine dauerhaft nassen Blätter. Dichte Bestände können trotzdem anfällig sein, weil Blätter langsam abtrocknen und Pflanzen unter Stress geraten. Auch stark schwankende Wasserversorgung und übermäßige Stickstoffdüngung fördern weiches, empfindliches Wachstum.

Falscher Mehltau profitiert vor allem von Feuchtigkeit. Tau, Regen und häufiges Gießen über das Laub verlängern die Nässezeit. Kühle Nächte und feuchte Morgen können den Befall zusätzlich fördern. In einem dichten Beet staut sich die Luft, und Blätter trocknen langsamer ab.

Die Pflanze muss zudem zum Erreger passen. Viele Mehltau-Erreger sind auf bestimmte Pflanzenfamilien oder einzelne Arten spezialisiert. Entfernen Sie kranke Gurkenblätter daher nicht, weil Sie eine Übertragung auf sämtliche Gartenpflanzen befürchten, sondern um die Ausbreitung an anfälligen Pflanzen zu begrenzen.

Profi-Tipp

Kontrollieren Sie bei Gurken, Zucchini und Rosen wöchentlich vor allem junge Blätter und die Blattunterseiten. Wenn Sie erste Flecken früh entdecken, reicht oft das Entfernen weniger Blätter. So bleibt der Bestand luftig und Sie erkennen, ob sich der Befall weiter ausbreitet.

Bei der Pflege helfen passende Garten- und Outdoor-Produkte, doch entscheidend bleibt der Standort. Pflanzen Sie mit ausreichendem Abstand und wählen Sie einen Platz, an dem die Blätter nach Regen zügig abtrocknen. Achten Sie auf die Standortansprüche der jeweiligen Pflanze.

Wie können Sie Mehltau natürlich bekämpfen?

Beginnen Sie mit Maßnahmen, die den Befall begrenzen und die Pflanze weniger anfällig machen. Ein Mittel allein löst das Problem nicht, wenn feuchte Blätter, dichter Wuchs oder dauerhaft gestresste Pflanzen die Ausbreitung fördern. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:

  1. Befallene Pflanzenteile entfernen: Schneiden Sie stark befallene Blätter und Triebe mit einer sauberen Schere ab. Arbeiten Sie vorsichtig, damit Sporen nicht auf gesunde Pflanzen geschüttelt werden.
  2. Werkzeug reinigen: Entfernen Sie Pflanzenreste von der Klinge und reinigen Sie die Schere zwischen stark betroffenen Pflanzen. So verschleppen Sie weniger Erreger.
  3. Laub trocken halten: Gießen Sie möglichst am Boden und nicht über die Blätter. Gießen Sie morgens, damit Spritzwasser tagsüber abtrocknet.
  4. Luft an den Pflanzen schaffen: Entfernen Sie überzählige Triebe und achten Sie beim Nachpflanzen auf ausreichend Abstand. Schneiden Sie nicht mehr gesundes Laub ab als nötig.
  5. Befall weiter beobachten: Prüfen Sie die Pflanze in den nächsten Tagen erneut. Wenn neue Flecken entstehen, bestimmen Sie die Krankheit möglichst genau und prüfen Sie geeignete Bekämpfungsmöglichkeiten.

Entsorgen Sie stark befallene Reste über die Biotonne oder den Restmüll, wenn die örtlichen Vorgaben das erlauben. Ein kleiner, kühler Hauskompost zersetzt Krankheitserreger nicht unbedingt zuverlässig. Legen Sie befallene Blätter nicht offen neben das Beet, denn Wind kann Sporen weitertragen.

Manche Gartenratgeber empfehlen Milch, Backpulver oder Natron. Solche Hausmittel wirken nicht verlässlich gegen alle Erreger und können bei Sonne oder falscher Dosierung Blattflecken verursachen. Testen Sie keine selbst gemischte Spritzlösung großflächig an empfindlichen Pflanzen. Setzen Sie lieber auf Pflege, Sortenwahl und gegebenenfalls ein zugelassenes Mittel.

Wichtiger Hinweis

„Natürlich“ bedeutet nicht automatisch harmlos. Auch Schwefelpräparate und andere Pflanzenschutzmittel können Pflanzen schädigen oder Nützlinge und Anwender belasten. Lesen Sie die Gebrauchsanleitung und behandeln Sie nur die dort aufgeführten Pflanzen und Krankheiten. Mischen Sie Mittel nicht eigenmächtig.

Wenn Sie Pflanzen neu setzen, wählen Sie möglichst robuste Sorten und verteilen Sie anfällige Arten nicht dicht nebeneinander. Passendes Garten- und Pflanzenzubehör hilft bei der Pflege, ersetzt aber keine gute Standortwahl. Bei Kübelpflanzen können Sie den Abstand zwischen den Töpfen vergrößern, damit Luft an die Blätter gelangt.

Welche Mittel eignen sich gegen Mehltau?

Wenn Pflege und das Entfernen befallener Pflanzenteile nicht ausreichen, kommt ein Pflanzenschutzmittel infrage. Wählen Sie es nach Erreger, Kultur und Anwendungsbereich. Ein Produkt, das gegen Echten Mehltau an einer Zierpflanze zugelassen ist, passt nicht automatisch gegen Falschen Mehltau an Gemüse.

Prüfen Sie vor dem Kauf und vor jeder Anwendung das Etikett. Dort stehen die zugelassenen Pflanzen, Krankheiten, Dosierungen, Anwendungshäufigkeit und Schutzmaßnahmen. Verwenden Sie ein Mittel nur, wenn die konkrete Anwendung für Ihre Pflanze und den diagnostizierten Mehltau aufgeführt ist. Beachten Sie außerdem Wartezeiten bei essbaren Kulturen.

Für eine gezielte Behandlung sind in der Produktliste beispielsweise

als BIO Mehltau-frei Universal AF sowie schwefelhaltige Präparate wie und aufgeführt. Die Produktnamen allein sagen nicht, ob ein Mittel für jede Pflanze oder beide Mehltauarten eingesetzt werden darf. Entscheidend sind die jeweils aktuelle Gebrauchsanleitung und die zugelassene Anwendung.

Schwefel wird im Gartenbau gegen bestimmte Pilzkrankheiten eingesetzt, vor allem gegen Echten Mehltau. Er wirkt nicht pauschal gegen alle pilzähnlichen Erreger. Prüfen Sie auch die Temperaturen und Anwendungshinweise auf dem Etikett, denn ungeeignete Bedingungen können die Pflanze schädigen. Spritzen Sie nicht während der Mittagshitze und nicht bei Wind.

Zusätzlicher Rat

Für Gemüse und Obst zählt neben dem Bekämpfungserfolg die zugelassene Wartezeit bis zur Ernte. Notieren Sie die Behandlung und halten Sie den auf dem Etikett genannten Abstand bis zur nächsten Anwendung ein. Informationen zu ergänzender Pflanzenpflege finden Sie auch unter Dünger, doch zusätzliche Düngung heilt keinen Mehltaubefall.

Verwenden Sie keine höhere Konzentration als angegeben. Mehr Mittel verbessert die Wirkung nicht automatisch und kann Blattverbrennungen verursachen. Reinigen Sie Spritzgeräte nach der Anwendung entsprechend der Anleitung. Bewahren Sie Pflanzenschutzmittel verschlossen und außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren auf.

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Gießen Sie am Boden, damit die Blätter möglichst trocken bleiben.

Wie beugen Sie neuem Mehltaubefall vor?

Vorbeugung beginnt vor der Pflanzung. Wählen Sie einen Standort mit passender Sonne und ausreichender Luftbewegung. Halten Sie die empfohlenen Pflanzabstände ein, statt Jungpflanzen eng zusammenzusetzen. Bei empfindlichen Kulturen lohnt sich der Blick auf Sorten, die als robust oder widerstandsfähig beschrieben werden.

Gießen Sie gleichmäßig und direkt an den Wurzelbereich. Lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben nicht völlig austrocknen, vermeiden Sie aber Staunässe. Ein Bewässerungssystem kann Wasser gezielt an den Boden bringen. Kontrollieren Sie trotzdem, ob die Pflanzen ausreichend versorgt sind und das Beet nicht dauerhaft feucht bleibt.

Düngen Sie nach Bedarf. Zu viel Stickstoff lässt Blätter und Triebe schnell wachsen, aber das weiche Gewebe ist anfälliger. Nutzen Sie Dünger passend zur Kultur und beachten Sie die Dosierung. Entfernen Sie außerdem abgestorbene Pflanzenteile, sobald sie auffallen, und reinigen Sie Werkzeuge nach der Arbeit an kranken Pflanzen.

Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig, besonders nach warmen, feuchten Phasen und nach längeren Tauperioden. Suchen Sie bei echtem Mehltau zuerst an jungen Trieben und auf der Blattoberseite. Bei Verdacht auf falschen Mehltau prüfen Sie die Unterseite gegenüber gelben Flecken. Mit einer sauberen Gartenschere entfernen Sie einzelne betroffene Blätter gezielt.

  • Wählen Sie für jede Pflanze einen passenden Standort.
  • Halten Sie Pflanzenabstände ein und lichten Sie dichte Bestände vorsichtig aus.
  • Gießen Sie am Boden und möglichst morgens.
  • Vermeiden Sie übermäßige Stickstoffgaben.
  • Entfernen Sie kranke Pflanzenteile früh und kontrollieren Sie die Nachbarpflanzen.

Bleibt der Befall trotz guter Pflege stark, prüfen Sie, ob die Diagnose stimmt und ob eine andere Blattkrankheit vorliegt. Bei wertvollen Pflanzen oder wiederkehrendem Befall kann eine Pflanzenberatung die Ursache klären. Behandeln Sie erst, wenn Sie wissen, welcher Erreger vorliegt und welche Maßnahme zur Kultur passt.

Sinngemäßer Fachhinweis: Pflanzenschutzmittel sind nur für die zugelassene Anwendung vorgesehen. Prüfen Sie vor der Behandlung Kultur, Schadorganismus und Gebrauchsanleitung, und halten Sie die dort genannten Schutz- und Wartezeiten ein.

— Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Hinweise zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Mit frühem Erkennen, trockenerem Laub und luftigem Pflanzenwuchs begrenzen Sie viele Mehltauschäden. Echter Mehltau und falscher Mehltau verlangen unterschiedliche Bedingungen und können unterschiedliche Mittel erfordern. Prüfen Sie deshalb immer die Blattzeichen, bevor Sie Blätter entfernen oder ein Pflanzenschutzmittel anwenden.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich echten Mehltau?
Echter Mehltau bildet meist einen weißen, mehlartigen Belag auf der Blattoberseite und an jungen Trieben. Der Belag lässt sich oft teilweise abwischen. Die Blätter können sich später verfärben, einrollen oder vertrocknen. Typisch ist Befall bei warmem Wetter, auch wenn die Blätter nicht dauerhaft nass sind.
Wie unterscheidet sich falscher Mehltau von echtem Mehltau?
Falscher Mehltau zeigt häufig gelbliche, später braune Flecken auf der Blattoberseite. Bei feuchter Witterung wächst auf der Unterseite ein grauer bis violetter Sporenbelag. Echter Mehltau sitzt dagegen meist als weißer, pudriger Belag auf der Blattoberseite und breitet sich oft bei warmen Bedingungen aus.
Kann ich Mehltau mit Hausmitteln bekämpfen?
Entfernen Sie befallene Blätter und verbessern Sie zuerst die Luftzirkulation. Hausmittel wie Milch oder Natron wirken nicht zuverlässig bei jedem Erreger und können empfindliche Blätter schädigen. Wenn Sie ein Mittel einsetzen, prüfen Sie, ob es für Ihre Pflanze und die Krankheit zugelassen ist, und halten Sie sich an das Etikett.
Darf ich befallene Pflanzenreste kompostieren?
Bei leichtem Befall können Sie die örtlichen Empfehlungen für Gartenabfälle beachten. Stark befallene Blätter und Triebe gehören besser in die Biotonne oder den Restmüll, sofern die kommunalen Regeln das erlauben. Ein kühler Hauskompost erreicht oft nicht die Temperaturen, die Krankheitserreger sicher unschädlich machen.
Wann sollte ich Mehltau behandeln?
Handeln Sie, sobald Sie typische Flecken oder Beläge bemerken. Entfernen Sie stark betroffene Pflanzenteile und kontrollieren Sie die übrigen Blätter, besonders deren Unterseiten. Spritzen Sie nur bei zugelassener Anwendung und passender Witterung. Vorbeugende Pflege wirkt am besten, bevor sich der Erreger über viele Blätter verteilt.
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