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Gesunde Raumluft: Welche Pflanzen das Klima verbessern

Natürliche Luftreiniger für Ihr Zuhause und worauf Sie achten sollten.
Von der Westfalia Redaktion · Aktualisiert am 14.08.2026
Erstellt und geprüft von der Westfalia Redaktion.

Kurz erklärt: Pflanzen wie Bogenhanf, Efeutute, Grünlilie und Einblatt verbessern nachweislich die Raumluft. Sie filtern Schadstoffe wie Formaldehyd, Benzol und Trichlorethylen, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und produzieren Sauerstoff. Die Wahl hängt von Lichtverhältnissen und Pflegeaufwand ab.

Gesunde Raumluft: Welche Pflanzen das Klima verbessern

Ihre Wohnung atmet mit Ihnen. Jeder Raum enthält unsichtbare Schadstoffe aus Möbeln, Reinigungsmitteln oder Baumaterialien. Die Lösung wächst oft im Topf auf der Fensterbank. Bestimmte Pflanzen filtern diese Stoffe aktiv aus der Luft, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und produzieren Sauerstoff. Sie schaffen ein gesünderes Raumklima, ganz ohne Strom.

Die NASA-Studie "Clean Air Study" identifizierte bereits in den 1980er Jahren die luftreinigende Wirkung zahlreicher Zimmerpflanzen. Die Ergebnisse gelten heute noch. Wir zeigen Ihnen, welche Pflanzen für welche Aufgabe geeignet sind und wie Sie sie optimal pflegen.

Profi-Tipp

Kombinieren Sie Pflanzen mit unterschiedlichen Filtereigenschaften. So decken Sie ein breiteres Schadstoffspektrum ab. Stellen Sie die gröberen, großblättrigen Arten in die Raummitte, die feinblättrigen, die auch Feinstaub binden, näher an Fenster oder Tür.

Wie filtern Pflanzen Schadstoffe aus der Luft?

Pflanzen betreiben nicht nur Fotosynthese. Über winzige Öffnungen in den Blättern, die Stomata, nehmen sie gasförmige Schadstoffe wie Formaldehyd oder Benzol auf. In der Pflanze wandeln Enzyme diese Stoffe in harmlose Substanzen um oder integrieren sie in das Pflanzengewebe.

Die Wurzeln und die Mikroorganismen im Substrat tragen ebenfalls zur Reinigung bei. Sie bauen Schadstoffe ab, die sich an Staubpartikel gebunden haben und auf der Erde landen. Eine gesunde, durchwurzelte Erde ist daher ein aktiver Filter.

Pflanzen sind biologische Luftfilter. Sie nehmen flüchtige organische Verbindungen nicht nur passiv auf, sondern metabolisieren sie aktiv. Die Blattoberfläche dient zudem als Absorptionsfläche für Feinstaub.

Dr. Bill Wolverton, Umweltwissenschaftler und Leitautor der NASA Clean Air Study

Die wichtigsten Schadstoffe in Innenräumen

Formaldehyd entweicht aus Spanplatten, Möbeln, Teppichen und Reinigungsmitteln. Benzol und Trichlorethylen stecken in Lacken, Farben, Kunststoffen und Klebstoffen. Auch Tabakrauch, Druckeremissionen und Ausdünstungen von Elektronik belasten die Luft.

Pflanzen können diese Konzentrationen signifikant reduzieren. Sie ersetzen zwar keine regelmäßige Lüftung, aber sie ergänzen sie ideal. Besonders im Winter, wenn weniger gelüftet wird, sind sie wertvoll.

Die Top 5 Pflanzen für reine Raumluft

Diese Arten haben sich in Studien und Praxis als besonders effektiv und robust erwiesen. Sie passen zu verschiedenen Lichtverhältnissen und sind pflegeleicht.

1. Bogenhanf (Sansevieria trifasciata)

Der Bogenhanf, auch Schwiegermutterzunge genannt, ist ein Schadstoffkiller. Er filtert besonders effizient Formaldehyd, Benzol, Trichlorethylen und Xylol. Seine Besonderheit: Er gibt nachts Sauerstoff ab, ideal fürs Schlafzimmer.

Diese Pflanze braucht wenig Wasser und kommt mit trockener Luft zurecht. Stellen Sie ihn an einen hellen bis halbschattigen Platz. Er verträgt auch direkte Sonne.

2. Efeutute (Epipremnum aureum)

Die Efeutute ist eine schnellwachsende Kletterpflanze mit hoher Filterleistung. Sie entfernt Kohlenmonoxid, Formaldehyd und Benzol aus der Luft. Ihre hängenden oder kletternden Triebe machen sie zur idealen Ampel- oder Regalpflanze.

Sie bevorzugt halbschattige Standorte ohne pralle Mittagssonne. Die Erde sollte leicht feucht, aber nie nass sein. Bei zu viel Wasser werden die Blätter gelb.

3. Grünlilie (Chlorophytum comosum)

Die Grünlilie ist ein Allroundtalent. Sie filtert Formaldehyd, Xylol und Kohlenmonoxid. Gleichzeitig erhöht sie die Luftfeuchtigkeit spürbar, was im Winter bei trockener Heizungsluft hilft.

Sie bildet schnell Kindel und vermehrt sich von allein. Die Grünlilie steht gerne hell bis halbschattig und braucht regelmäßig Wasser. Sie verzeiht aber auch kurze Trockenperioden.

4. Einblatt (Spathiphyllum)

Das Einblatt, auch Friedenslilie genannt, filtert Aceton, Alkohole, Ammoniak, Benzol und Formaldehyd. Seine weißen Blüten sind ein schöner Nebeneffekt. Es mag eine höhere Luftfeuchtigkeit, wie sie in Badezimmern oder Küchen herrscht.

Halbschatten bis Schatten ist ideal. Vermeiden Sie direkte Sonne. Gießen Sie, sobald die oberste Erdschicht trocken ist. Das Einblatt zeigt Durst durch hängende Blätter an.

5. Drachenbaum (Dracaena marginata)

Der Drachenbaum entfernt vor allem Trichlorethylen, Benzol und Formaldehyd. Mit seinem schlanken, aufrechten Wuchs eignet er sich gut für Ecken oder als Solitär. Es gibt verschiedene Sorten mit rot oder grün geränderten Blättern.

Er braucht einen hellen Platz, verträgt aber keine direkte Mittagssonne. Gießen Sie mäßig und lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben antrocknen.

Wichtiger Hinweis

Einige luftreinigende Pflanzen wie Dieffenbachie oder bestimmte Drachenbaum-Arten sind für Haustiere wie Katzen und Hunde giftig. Informieren Sie sich vor dem Kauf über die Verträglichkeit. Stellen Sie giftige Pflanzen für Tiere unerreichbar hoch.

Die richtige Pflege: So bleiben Ihre Luftfilter aktiv

Eine kranke oder vernachlässigte Pflanze reinigt kaum noch. Die Basis ist die richtige Erde und Versorgung. Verwenden Sie hochwertige Blumenerde und achten Sie auf eine gute Drainage, zum Beispiel mit einer Schicht Blähton im Topfboden.

Staub auf den Blättern verstopft die Poren und reduziert die Fotosynthese- und Filterleistung. Wischen Sie große Blätter alle zwei Wochen mit einem feuchten Tuch ab. Besprühen Sie feinblättrige Pflanzen gelegentlich mit kalkarmem Wasser oder stellen Sie sie zum Abduschen in die Dusche.

Das richtige Gießen ist entscheidend. Staunässe führt zu Wurzelfäule, zu wenig Wasser stresst die Pflanze. Der Fingertest hilft: Stecken Sie Ihren Finger zwei Zentimeter tief in die Erde. Fühlt sie sich trocken an, ist es Zeit zu gießen.

Die Effektivität einer Pflanze als Luftfilter steht in direktem Zusammenhang mit ihrer Gesundheit und ihrer Blattoberfläche. Mehr gesunde Blattmasse bedeutet mehr Stoffwechselaktivität und damit eine höhere Reinigungskapazität.

Prof. Dr. Jürgen Schleucher, Pflanzenphysiologe, Universität für Bodenkultur Wien

Düngen für optimale Leistung

Pflanzen brauchen Nährstoffe, um zu wachsen und Schadstoffe abzubauen. Ein ausgewogener Pflanzendünger liefert Stickstoff, Phosphor und Kalium. Düngen Sie während der Wachstumsphase von März bis September alle vier bis sechs Wochen.

Im Winter stellen Sie das Düngen weitgehend ein. Eine Überdosis schadet mehr als eine Unterversorgung. Braune Blattspitzen können auf Überdüngung hinweisen.

Wo stelle ich meine Luftreinigungs-Pflanzen am besten hin?

Platzieren Sie Pflanzen dort, wo Schadstoffquellen sind. Ein Bogenhanf oder Drachenbaum neben dem neuen Bücherregal oder Sofa bekämpft Formaldehydausdünstungen. Eine Efeutute in der Nähe des Druckers oder Computers hilft.

Im Schlafzimmer verbessern nachtsauerstoffproduzierende Pflanzen wie Bogenhanf oder Aloe Vera die Luft. Im Badezimmer fühlen sich feuchtigkeitsliebende Arten wie Einblatt oder Farne wohl und reduzieren Schimmelsporen in der Luft.

Vergessen Sie Arbeitsbereiche wie die Küche nicht. Hier binden Pflanzen Kochdünste und erhöhen das Wohlbefinden. Kräuter wie Basilikum oder Minze reinigen ebenfalls die Luft und sind nutzbar.

Zusätzlicher Rat

Für eine rundum gesunde Pflanze und optimales Wachstum kann eine gelegentliche Grunddüngung mit Mineralstoffen sinnvoll sein. Unser Pflanzenschutz-Sortiment hält zudem Mittel gegen Schädlinge bereit, die Ihre Luftfilter schwächen könnten.

Pflanzen für spezielle Probleme und Räume

Bei trockener Heizungsluft

Zimmerlinde (Sparrmannia), Zyperngras (Cyperus) und die Grünlilie verdunsten besonders viel Wasser über ihre Blätter und erhöhen so die Luftfeuchtigkeit. Das lindert trockene Haut und gereizte Schleimhäute.

Für wenig Licht

In Fluren oder Bädern mit kleinem Fenster gedeihen Bogenhanf, Einblatt und Efeutute auch im Schatten. Die Kentia-Palme (Howea forsteriana) ist eine weitere, anspruchslose Option für lichtarme Ecken.

Für das Homeoffice

Pflanzen reduzieren nachweislich Stress und erhöhen die Konzentration. Kombinieren Sie hier eine luftreinigende Art wie den Drachenbaum mit einer luftbefeuchtenden wie der Zimmerlinde. Das schafft ein produktiveres Klima.

Was Sie neben Pflanzen noch tun können

Pflanzen sind ein Teil der Lösung. Lüften Sie regelmäßig stoßweise, mindestens drei Mal täglich für fünf bis zehn Minuten. Das tauscht verbrauchte, schadstoffbelastete Luft gegen frische aus.

Verwenden Sie natürliche Reinigungsmittel und reduzieren Sie chemische Lufterfrischer oder Duftkerzen. Diese geben oft zusätzliche flüchtige organische Verbindungen ab.

Achten Sie bei neuen Möbeln oder Renovierungen auf schadstoffarme Materialien und Lacke. Lassen Sie neue Teppiche vor dem Verlegen einige Tage auslüften.

Zubehör für die Pflanzenpflege

Die richtige Ausstattung erleichtert die Pflege. Gießkannen mit langer Tülle helfen, gezielt zu wässern ohne zu spritzen. Eine Sprühflasche für das Besprühen der Blätter ist sinnvoll.

Finden Sie alles Nötige für die Pflanzenpflege in unserer Kategorie Garten + Pflanzenzubehör. Von passenden Töpfen bis zu praktischen Hilfsmitteln.

Fazit: Einfach besser atmen

Gesunde Raumluft ist kein Zufall. Mit der gezielten Auswahl luftreinigender Pflanzen schaffen Sie eine natürliche, lebendige Filteranlage in Ihrem Zuhause. Beginnen Sie mit einer oder zwei robusten Arten wie Grünlilie oder Bogenhanf.

Beobachten Sie, wie sich das Raumklima verändert. Sie werden besser schlafen, sich konzentrierter fühlen und seltener unter trockener Luft leiden. Pflanzen sind mehr als Deko – sie sind aktive Mitbewohner für Ihre Gesundheit.

Unterstützen Sie das Wachstum und die Widerstandskraft Ihrer grünen Luftfilter mit einer natürlichen Nährstoffquelle wie unserem

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Häufige Fragen

Welche Pflanze reinigt die Raumluft am besten?
Es gibt keine einzelne "beste" Pflanze, da verschiedene Arten unterschiedliche Schadstoffe filtern. Eine Kombination aus Bogenhanf (für Formaldehyd und Benzol), Efeutute (für Kohlenmonoxid und Formaldehyd) und Einblatt (für Aceton und Alkohole) deckt ein breites Spektrum ab. Die Effektivität hängt von Größe, Gesundheit und Anzahl der Pflanzen ab.
Wie viele Pflanzen brauche ich für eine spürbare Luftverbesserung?
Als grobe Richtlinie gilt eine große Pflanze (Topfgröße 20 cm+) pro 10 Quadratmeter Wohnfläche. Für eine spürbare Wirkung auf die Luftqualität und Luftfeuchtigkeit kombinieren Sie mehrere Arten. In einem 30 m² großen Raum empfehlen sich drei bis fünf verschiedene Pflanzen an unterschiedlichen Standorten.
Können Pflanzen auch Schimmel in der Raumluft verursachen?
Bei falscher Pflege ja. Staunässe in den Übertöpfen kann Schimmelbildung in der Erde begünstigen, der Sporen in die Luft abgibt. Gießen Sie mäßig, sorgen Sie für eine Drainageschicht im Topf und entfernen Sie abgestorbene Blätter sofort. Eine gute Belüftung des Raumes beugt ebenfalls vor.
Eignen sich Luftreinigende Pflanzen auch für das Schlafzimmer?
Absolut. Pflanzen wie Bogenhanf und Aloe Vera geben nachts Sauerstoff ab und verbessern so die Luftqualität im Schlafraum. Sie filtern Schadstoffe aus Möbeln oder Textilien. Stellen Sie sicher, dass die Pflanzen genug (indirektes) Licht erhalten und Sie sie nicht überwässern.
Muss ich meine Luftreinigenden Pflanzen besonders düngen?
Nein, übertriebenes Düngen kann sogar schaden. Verwenden Sie während der Wachstumsperiode (Frühling bis Sommer) alle vier bis sechs Wochen einen ausgewogenen Pflanzendünger. Im Herbst und Winter reicht oft eine Gabe alle zwei bis drei Monate. Gesunde Pflanzen mit guter Grundversorgung filtern am effektivsten.
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