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Hexenringe im Rasen bekämpfen: Was wirklich hilft

Erkennen Sie die Ursache des Hexenrings und wählen Sie eine Behandlung, die zu den Schäden an Ihrem Rasen passt.
Von der Westfalia Redaktion · Aktualisiert am 26.09.2026
Erste Veröffentlichung und geprüft durch die Westfalia Redaktion.

Kurz erklärt: Hexenringe entstehen durch Pilzmyzel im Boden. Bei einem grünen Ring helfen gleichmäßiges Wässern und eine maßvolle Düngung. Bei trockenen oder abgestorbenen Stellen sind zusätzlich Belüften und eine gezielte Rasensanierung nötig. Stark befallenen Boden sollten Sie nur als letzten Ausweg entfernen: Das ist aufwendig und verhindert nicht zuverlässig, dass der Pilz zurückkommt.

Ein dunkler Kreis im Rasen, ein Bogen mit kleinen Pilzen oder ein trockener Ring, der jedes Jahr größer wird: Hexenringe fallen auf und werfen Fragen zur Rasenpflege auf. Die Ursache liegt meist unter dem Gras. Dort wächst das Myzel eines Bodenpilzes nach außen, während die Fruchtkörper nur vorübergehend sichtbar sind.

Ob Sie eingreifen sollten, hängt davon ab, wie der Rasen auf den Pilz reagiert. Ein grüner Ring erfordert eine andere Behandlung als eine trockene, kahle Stelle. Wenn Sie die Symptome richtig unterscheiden, können Sie den Rasen gezielt pflegen, statt vorschnell Erde auszugraben oder Mittel gegen jeden Pilz im Rasen einzusetzen.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie einen Hexenring erkennen, wodurch er entsteht und wie Sie die betroffene Stelle behandeln. Außerdem lesen Sie, wann Sie den Rasen sanieren sollten und welche regelmäßige Pflege das Gras stärkt.

Wie erkennen Sie einen Hexenring im Rasen?

Ein Hexenring zeigt sich als Kreis, Bogen oder mehr oder weniger gerade Linie im Rasen. Der Pilz wächst vom Ausgangspunkt nach außen. Dadurch wandert der sichtbare Rand mit der Zeit über den Rasen. Auf sandigem Boden oder an einem trockenen Standort fällt ein Ring oft stärker auf als in einem gleichmäßig feuchten Rasen.

Die Symptome unterscheiden sich je nach Pilzart und Bodenbeschaffenheit. Dies sind die häufigsten Erscheinungsformen:

  • Dunkelgrüner Ring: Das Gras wächst stärker als das Gras in der Umgebung. Beim Abbau organischer Materialien setzt das Pilzmyzel Nährstoffe frei, die das Gras aufnimmt.
  • Pilze oder Fruchtkörper: Nach feuchtem Wetter erscheinen kleine oder größere Pilze in einem Bogen. Sie sind der sichtbare Teil des Pilzes, nicht der gesamte Befall.
  • Gelbe oder braune Grashalme: Das Gras wächst schlechter und verfärbt sich. Unter dem Gras kann der Boden trocken und wasserabweisend sein.
  • Kahle Stellen: Bei starken Schäden stirbt das Gras innerhalb des Rings oder an dessen Rand ab. Meist müssen Sie die Stelle dann sanieren.

Prüfen Sie den Boden an mehreren Stellen. Stecken Sie einen Schraubendreher oder eine kleine Grabegabel in die Erde und vergleichen Sie, wie leicht sich das Werkzeug im Ring und im gesunden Rasen einführen lässt. Heben Sie anschließend ein kleines Stück Rasen an: Trockener, harter Boden und schwache Wurzeln weisen auf zusätzlichen Wassermangel hin. Notieren Sie auch den Durchmesser des Rings oder fotografieren Sie ihn immer aus demselben Blickwinkel. So erkennen Sie, ob sich der Rand tatsächlich verschiebt.

Hexenringe entstehen, wenn Pilzmyzel im Boden wächst. Die sichtbaren Pilze sind Fruchtkörper, die nur vorübergehend erscheinen.

— Royal Horticultural Society, Fairy rings in lawns, frei übersetzt

Wie entstehen Hexenringe?

Verschiedene Bodenpilze bilden Hexenringe. Sie zersetzen abgestorbene Pflanzenreste und andere organische Materialien. Das Myzel breitet sich von einem Ausgangspunkt nach außen aus. An Stellen, an denen es aktiv wächst, können sich die Bodenstruktur sowie die Wasserversorgung und Nährstoffversorgung des Grases verändern.

Alte Baumstümpfe, verrottende Wurzeln und Holzreste unter dem Rasen dienen dem Pilz als Nahrung. Der Befall kann auch entstehen, ohne dass Sie an der Oberfläche eine klare Ursache erkennen. Pilze erfüllen im Garten eine natürliche Funktion als Zersetzer. Ein Ring bedeutet deshalb nicht automatisch, dass Sie den gesamten Rasen behandeln oder den Pilz vollständig entfernen müssen.

Manche Pilzarten machen den Boden im befallenen Bereich wasserabweisend. Das Wasser läuft dann vom Gras ab oder dringt nur langsam in den Boden ein, sodass die Wurzeln austrocknen. Andere Arten fördern vor allem das Wachstum, weil das Gras zusätzliche Nährstoffe nutzt. Wie der Ring aussieht, hängt unter anderem von der Pilzart, der Bodenfeuchtigkeit, der Bodenstruktur und dem Wetter ab.

Ein Hexenring ist außerdem nicht mit jedem anderen Pilzbefall im Rasen gleichzusetzen. Stellen mit unregelmäßigem Wachstum, einzelnen betroffenen Grashalmen oder einer Ausbreitung außerhalb eines Rings können andere Ursachen haben. Passt das Schadbild nicht zu einem typischen Kreis oder Bogen, prüfen Sie auch mögliche Fehler bei der Rasenpflege, etwa Staunässe, verdichteten Boden, Trockenheit und eine falsche Schnitthöhe.

Wie können Sie Hexenringe im Rasen behandeln?

Beginnen Sie mit der einfachsten Maßnahme, die zum Schadbild passt. Bei kräftig grünem Gras reicht es oft, den Rasen wie gewohnt weiterzupflegen und das Wachstum im Auge zu behalten. Bei trockenen Stellen sollten Sie sich auf die Wasserversorgung und die Belüftung des Bodens konzentrieren. Ein Fungizid ist keine zuverlässige schnelle Lösung gegen einen Hexenring, denn das Myzel sitzt im Boden.

Einen grünen Ring normal pflegen

Mähen Sie die Stelle wie den übrigen Rasen und entfernen Sie auffällige Fruchtkörper bei Bedarf, bevor Kinder oder Haustiere mit unbekannten Pilzen spielen. Streuen Sie nicht extra viel Dünger aus, um den Ring zu kaschieren. Zu viel Stickstoff kann das starke Wachstum weiter fördern und den Farbunterschied deutlicher machen. Richten Sie die Düngung nach Jahreszeit, Boden und den Hinweisen auf dem Produkt aus.

Trockene Stellen gründlich wässern und belüften

Wässern Sie den betroffenen Bereich so gründlich, dass das Wasser die Wurzeln erreicht. Bei stark wasserabweisendem Boden kann ein kurzer Sprühvorgang an der Oberfläche ablaufen, ohne in den Boden einzudringen. Wässern Sie deshalb langsam und prüfen Sie nach einer Pause, ob das Wasser versickert ist. Wiederholen Sie den Vorgang bei Bedarf in mehreren Durchgängen.

Lockern Sie verdichtete Stellen mit einer Grabegabel oder einem Rasenlüfter. Bearbeiten Sie auch den Bereich außerhalb des Rings, damit das Wasser die Übergangszone erreicht. Durch die Löcher kann das Wasser besser eindringen und die Wurzeln können Sauerstoff aufnehmen. Dadurch wird der Pilz nicht entfernt, aber die Bedingungen für das Gras können sich verbessern. Passendes Werkzeug finden Sie bei Gartengeräten.

Profi-Tipp

Wässern Sie langsam in mehreren Durchgängen und prüfen Sie anschließend den Boden unter dem Rasen. Ist er noch trocken, wässern Sie später erneut. So sehen Sie, ob das Wasser die Wurzeln tatsächlich erreicht.

Wichtiger Hinweis

Verwenden Sie Fungizide nur, wenn das Mittel für den konkreten Einsatzzweck zugelassen ist, und beachten Sie die Hinweise auf dem Etikett. Ein Einsatz auf gut Glück kann den Rasen zusätzlich belasten und löst das Problem mit dem Myzel im Boden nicht zuverlässig.

Die richtige Nährstoffmenge geben

Wird der Rasen dünn, prüfen Sie zuerst, ob das Gras ausreichend Wasser und Luft bekommt. Verwenden Sie Dünger nicht als Ersatz für die Behebung dieser Ursachen. Eine maßvolle Düngung zum richtigen Zeitpunkt der Saison unterstützt das Gras, während eine Überdüngung unnötig starkes Blattwachstum fördert. Halten Sie sich bei jedem Produkt an die empfohlene Menge und den richtigen Düngezeitpunkt. Entdecken Sie unser Angebot an Rasendünger und organischem Rasendünger.

Wann sollten Sie den Rasen erneuern?

Eine Rasenerneuerung ist sinnvoll, wenn das Gras dauerhaft abgestorben oder der Rasen so dünn geworden ist, dass der Boden freiliegt. Bei einer kleinen Schadstelle müssen Sie nicht den gesamten Rasen neu anlegen. Beschränken Sie die Reparatur auf den beschädigten Bereich und einen schmalen Übergang zum gesunden Rasen.

  1. Abgestorbenes Gras entfernen: Harken Sie loses, trockenes Gras ab. Entfernen Sie nur so viel, bis die Bodenoberfläche wieder frei liegt, ohne unnötig tief in den Boden zu graben.
  2. Boden auflockern: Lockern Sie eine verhärtete obere Bodenschicht auf. Bei verdichtetem Boden helfen Löcher, die Sie mit einer Grabegabel oder einem Rasenlüfter anlegen, damit Wasser und Luft zu den Wurzeln gelangen.
  3. Fläche vorbereiten: Ebnen Sie die Stelle und bringen Sie bei Bedarf eine dünne Schicht geeignetes Rasensubstrat auf. Verwenden Sie keine dicke Schicht, denn sie kann das vorhandene Gras ersticken.
  4. Nachsäen: Verwenden Sie eine Rasenmischung, die zum Standort und zur Nutzung des Rasens passt. Verteilen Sie das Saatgut gleichmäßig, drücken Sie es leicht an und halten Sie den Boden feucht.
  5. Junges Gras schützen: Betreten Sie die Stelle möglichst selten und mähen Sie erst, wenn das junge Gras gut angewachsen ist. Düngen Sie nur so, dass es zur Keimung passt, und beachten Sie die Anwendungshinweise auf der Verpackung.

Zum Nachsäen können Sie geeignetes Rasensaatgut auswählen. Sobald das Gras angewachsen ist, kann eine passende Düngung die Regeneration unterstützen. Der organische Rasendünger mit der Produktnummer 3691 eignet sich zur Pflege nach dem Nachsäen. Beachten Sie die Anwendungshinweise auf der Verpackung und streuen Sie keinen Dünger direkt auf frisch gekeimtes Saatgut, wenn der Hersteller davon abrät. Auch nach einer sorgfältigen Reparatur kann das Pilzmyzel im Boden zurückbleiben. Kontrollieren Sie die Stelle daher in den kommenden Monaten und behandeln Sie neu auftretende trockene Stellen gezielt.

Bei stark beschädigten Rasenflächen kann es nötig sein, den befallenen Boden vollständig auszugraben. Das ist jedoch sehr arbeitsintensiv. Dabei muss auch ein Bereich außerhalb des sichtbaren Rings entfernt und durch geeigneten Boden ersetzt werden. Selbst dann kann etwas Myzel zurückbleiben. Wägen Sie den Aufwand daher gegen das Ausmaß des Schadens ab, statt den Rasen umzugraben, sobald Sie irgendwo einen Pilz entdecken.

Zusätzlicher Tipp

Markieren Sie den Rand eines auffälligen Rings mit einem Foto oder einer kleinen Skizze und vergleichen Sie die Größe nach einigen Wochen. So erkennen Sie, ob sich eine trockene Stelle ausbreitet oder ob lediglich einmalig sichtbare Pilze aufgetreten sind.

Wie beugen Sie neuen Schäden vor?

Pilzsporen im Garten lassen sich nicht vollständig verhindern. Sie können jedoch die Bedingungen verbessern, damit der Rasen trotz Pilzwachstums dicht und kräftig bleibt. Mähen Sie den Rasen auf der richtigen Höhe, lockern Sie verdichtete Stellen auf und verhindern Sie, dass sich dauerhaft Rasenfilz und abgestorbene Pflanzenreste ansammeln.

Wässern Sie bei Bedarf und prüfen Sie die Bodenfeuchtigkeit, statt nur auf die Oberfläche zu achten. Ein Boden mit gut entwickelten Wurzeln macht den Rasen widerstandsfähiger gegen kurze Trockenperioden. Staunässe und dauerhaft feuchte Stellen belasten das Gras ebenfalls. Ist der Boden stark verdichtet, verbessert regelmäßiges Lüften die Versorgung mit Luft und Wasser.

Entfernen Sie bei der Gartenpflege sichtbare Holzreste und verrottendes Material, wenn Sie den Boden ohnehin bearbeiten. Graben Sie den Rasen nicht um, nur weil Sie irgendwo einen Pilz entdeckt haben. Beobachten Sie die Entwicklung und greifen Sie ein, sobald trockene, gelbe oder kahle Stellen entstehen. So beheben Sie die tatsächlichen Rasenprobleme, ohne natürliche Pilze gleich als Schaden einzustufen.

Bei Hexenringen mit trockenem oder wasserabweisendem Boden ist es wichtig, den betroffenen Bereich gründlich zu wässern.

— University of Minnesota Extension, Hexenringe im Rasen, frei übersetzt

Die richtige Vorgehensweise hängt also von den sichtbaren Schäden ab. Bei einem grünen Ring genügen meist eine Kontrolle und eine maßvolle Rasenpflege. Ein trockener Ring braucht Wasser und eine bessere Durchlässigkeit des Bodens. Erst wenn das Gras abstirbt, sollten Sie die Stelle ausbessern und nachsäen.

Häufige Fragen

Was hilft am besten gegen Hexenringe im Rasen?
Bei einem grünen Ring pflegen Sie den Rasen gleichmäßig und düngen Sie maßvoll. Ist der Boden im Ring trocken oder wasserabweisend, lockern Sie ihn mit einem Rasenlüfter auf und wässern Sie gründlich. Kahle Stellen können Sie nachsäen. Das Ausgraben des Bodens ist sehr aufwendig und bietet keine Garantie, dass der Pilz nicht wiederkommt.
Warum ist das Gras auf einem Hexenring besonders dunkelgrün?
Das Pilzmyzel baut organisches Material im Boden ab und setzt dabei Nährstoffe frei. Das Gras kann diese Nährstoffe aufnehmen und dadurch kräftiger wachsen. Ein dunkler Ring deutet daher oft auf Pilzwachstum hin, bedeutet aber nicht automatisch, dass der Rasen beschädigt ist. Eine zusätzliche Stickstoffdüngung kann den Farbunterschied verstärken.
Schaden Pilze auf Hexenringen dem Rasen?
Die Pilze selbst schädigen das Gras nicht unbedingt. Das Pilzmyzel kann den Boden jedoch austrocknen oder wasserabweisend machen. Dann bekommt das Gras im Ring zu wenig Wasser und vergilbt oder stirbt ab. Achten Sie deshalb neben den Pilzen auch auf die Farbe des Grases, die Bodenfeuchtigkeit und den Zustand der Wurzeln.
Kann ich Hexenringe mit einem Fungizid bekämpfen?
Ein Fungizid tötet das Myzel im Boden oft nicht zuverlässig ab. Prüfen Sie vor der Anwendung immer, ob das Mittel für Rasenflächen und den vorgesehenen Einsatz zugelassen ist, und beachten Sie die Hinweise auf dem Etikett. Bei typischen Hexenringen sind Rasenpflege, gezieltes Wässern und bei Bedarf das Ausbessern beschädigter Stellen meist die bessere Lösung.
Wie säe ich kahle Stellen nach einem Hexenring neu ein?
Entfernen Sie das abgestorbene Gras und lockern Sie die obere Bodenschicht auf, ohne unnötig viel Erde abzutragen. Verteilen Sie Rasensaatgut, das zur Nutzung des Rasens passt, arbeiten Sie es leicht ein und halten Sie die Stelle während der Keimung gleichmäßig feucht. Mähen Sie das junge Gras erst, wenn die Halme ausreichend gewachsen sind.
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