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Richtig kompostieren: 5 Schritte für den besten Humus

In fünf klaren Schritten erfahren Sie, wie aus Küchen- und Gartenabfällen nährstoffreicher Kompost für Beete, Rasen und Pflanzgefäße wird.
Von der Westfalia Redaktion · Aktualisiert am 20.09.2026
Erstellt und geprüft von der Westfalia Redaktion.

Kurz erklärt: Mit fünf Regeln gelingt das Kompostieren: Wählen Sie einen halbschattigen, luftigen Platz, mischen Sie feuchtes und trockenes Material, halten Sie den Kompost gleichmäßig feucht, setzen Sie ihn regelmäßig um und lassen Sie ihn reifen. Nach etwa sechs bis zwölf Monaten können Sie krümeligen Kompost sieben und als Bodenverbesserer verwenden.

Kurzantwort: Wählen Sie einen halbschattigen Platz, mischen Sie grünes und braunes Material, halten Sie den Kompost feucht und luftig, setzen Sie ihn um und lassen Sie ihn reifen. Nach sechs bis zwölf Monaten entsteht krümeliger Kompost.

Ein eigener Gartenkompost verwandelt Küchen- und Gartenabfälle in wertvollen Humus. Reifer Kompost verbessert die Bodenstruktur, speichert Wasser und versorgt Pflanzen mit Nährstoffen. Mit dem passenden Standort und der richtigen Mischung gelingt die Kompostierung ohne unangenehme Gerüche.

Wie legen Sie einen Kompost richtig an?

Die Qualität beginnt mit dem Standort. Ein Kompost braucht Luft, Feuchtigkeit und ausreichend Platz, damit sich das Material gut mischen lässt. Wählen Sie deshalb einen halbschattigen, geschützten Platz mit kurzem Weg zum Garten und zur Küche.

Der Standort beeinflusst die Kompostierung

Ein offener Komposthaufen steht direkt auf dem Erdboden. Regenwürmer, Asseln und Mikroorganismen gelangen so an das Material, während überschüssiges Wasser abfließen kann. Verdichtete Flächen aus Beton oder Asphalt bremsen den natürlichen Austausch und begünstigen bei Nässe Fäulnis.

Vermeiden Sie eine tiefe Mulde, in der sich Wasser sammelt. Ein Platz unter einem Baum mit lichtem Blätterdach oder an der Nord- oder Ostseite eines Gebäudes schützt vor der starken Mittagssonne. Bei Hitze trocknet der Kompost sonst schnell aus. Bei längerem Regen hilft eine lose Abdeckung aus Ästen oder ein atmungsaktiver Deckel.

Welche Form passt in Ihren Garten?

Ein offener Komposthaufen eignet sich für größere Mengen Laub, Rasenschnitt und Schnittgut. Ein geschlossener Behälter hält Küchenabfälle zusammen und sieht in kleinen Gärten ordentlicher aus. Für einen kleinen bis mittelgroßen Garten eignet sich ein Trommelkomposter wie der

. Die drehbare Trommel erleichtert das Mischen und hält das Material kompakt.

Wenn Sie einen Kompost anlegen, beginnen Sie mit einer lockeren Basis aus dünnen Ästen oder grobem Häckselgut. Diese Schicht sorgt dafür, dass Luft von unten an den Kompost gelangt. Darauf folgen abwechselnd feuchte und trockene Materialien. Drücken Sie die Schichten nicht fest an.

  • Untergrund vorbereiten: Lockern Sie die oberen Zentimeter des Bodens und entfernen Sie dichte Grassoden.
  • Basis anlegen: Schichten Sie etwa zehn Zentimeter Äste, Staudenstängel oder Häckselgut auf.
  • Material mischen: Schichten Sie Küchenabfälle, Rasenschnitt, Laub und holziges Material nicht in dicken Lagen getrennt voneinander auf.
  • Rand freihalten: Lassen Sie rund um den Kompost genug Platz, um ihn umzusetzen und zu kontrollieren.
  • Abdeckung prüfen: Schützen Sie den Kompost vor starkem Regen, ohne die Luftzufuhr vollständig zu unterbrechen.

Profi-Tipp

Beginnen Sie mit einer Mischung aus grobem Strukturmaterial und feuchten Pflanzenresten. Ein sehr kleiner Kompost kühlt schnell aus, während ein überfüllter Behälter schlecht belüftet wird. Eine Fläche von etwa einem Quadratmeter unterstützt eine gleichmäßige Kompostierung.

Welche Abfälle gehören auf den Gartenkompost?

Guter Gartenkompost braucht ein ausgewogenes Verhältnis von stickstoffreichen und kohlenstoffreichen Stoffen. Frische, feuchte Materialien liefern Stickstoff und fördern die Zersetzung. Trockene, holzige Materialien liefern Kohlenstoff, lockern den Kompost auf und verhindern, dass die Masse zusammenklebt.

Grünes und feuchtes Material richtig mischen

Grünes Material ist nicht immer grün, sondern vor allem feucht und nährstoffreich. Geben Sie Küchenabfälle nur in kleinen Mengen auf den Kompost und bedecken Sie jede frische Schicht mit trockenem Material. So halten Sie Fliegen fern und verhindern, dass die Oberfläche austrocknet.

  • Rohe Gemüse- und Obstschalen sowie kleine Mengen Fallobst
  • Kaffeesatz und Papierfilter, Teeblätter und Teebeutel ohne Kunststoff
  • Rasenschnitt, verwelkte Blumen, Unkraut ohne Samen und frische Staudenreste
  • Feine Pflanzenreste aus dem Gemüsebeet
  • Zerkleinerte Eierschalen als langsam wirkende Kalkquelle

Zum braunen Material gehören trockenes Laub, gehäckselte Äste, Stroh, Holzspäne und unbeschichteter Karton. Eichen-, Walnuss- oder Platanenlaub verrottet langsamer. Zerkleinern Sie es oder mischen Sie es mit leichter verrottbarem Material.

Was gehört nicht auf den offenen Kompost?

Fleisch, Fisch, Knochen, Milchprodukte und gekochte Speisen locken Tiere an und können Krankheitserreger verbreiten. Katzenstreu, Windeln, Glas, Metall, Kunststoff und behandeltes Holz gehören ebenfalls nicht auf den Gartenkompost.

Lassen Sie kranke Pflanzen und Unkraut mit reifen Samen weg, wenn Ihr Kompost keine sichere Heißrotte erreicht. Die dafür nötige Temperatur wird in kleinen Gärten nicht zuverlässig erreicht. Entsorgen Sie diese Abfälle über die Biotonne oder den Wertstoffhof. Inspiration für passende Behälter und Zubehör finden Sie in der Kategorie Garten + Outdoor und bei der Gartenausstattung.

Wichtiger Hinweis

Vergraben Sie Küchenabfälle nicht einfach im Kompost und bedecken Sie sie nicht nur mit einer dünnen Laubschicht. Geben Sie feuchte Abfälle immer in die Mitte des Komposts und bedecken Sie sie mit mindestens einer Handbreit trockenem Material. So beugen Sie Gerüchen vor und schützen den Kompost vor Schädlingen.

Wie regulieren Sie Feuchtigkeit und Luft im Kompost?

Mikroorganismen im Kompost sind nur aktiv, wenn Wasser und Sauerstoff vorhanden sind. Ein nasser Kompost beginnt unter Sauerstoffmangel zu faulen. Ein trockener Kompost zersetzt sich nicht weiter. Kontrollieren Sie deshalb beides regelmäßig, besonders nach längeren Regen- oder Hitzeperioden.

Mit der Schwammprobe prüfen Sie die Feuchtigkeit

Nehmen Sie eine Handvoll Material aus der Mitte des Komposts und drücken Sie es zusammen. Fühlt es sich wie ein ausgedrückter Schwamm an, stimmt die Feuchtigkeit. Tritt Wasser aus, mischen Sie trockenes Laub, Karton oder zerkleinertes Material unter. Zerfällt das Material zu Staub, gießen Sie sparsam und verteilen Sie das Wasser beim Umsetzen.

Gießen Sie nicht nur die Oberfläche. Lockern Sie den Kompost zuerst auf und befeuchten Sie trockene Schichten gleichmäßig. Regenwasser eignet sich dafür gut. Nach starkem Regen hilft eine lose Abdeckung, die Luft durchlässt und zusätzliches Wasser abhält.

Sauerstoff verhindert Fäulnis

Rasenschnitt und feuchte Küchenabfälle verklumpen schnell. Mischen Sie sie deshalb mit etwa zwei Teilen trockenem Strukturmaterial. Zerkleinerte Äste schaffen Zwischenräume, in denen die Luft zirkulieren kann. Ganze Äste oder sehr grobe Stängel sollten Sie vorher kürzen.

  • Ein fauliger oder schwefelartiger Geruch deutet auf Sauerstoffmangel hin.
  • Viele Fliegen an der Oberfläche weisen auf unbedeckte Küchenabfälle hin.
  • Eine staubige, warme Oberfläche deutet auf Wassermangel hin.
  • Sehr langsame Zersetzung entsteht oft durch zu grobes oder zu trockenes Material.

„Kompost ist ein wertvoller Bodenverbesserer und Dünger.“

— Umweltbundesamt, Fachinformationen zu Bioabfällen

Wann sollten Sie den Kompost umsetzen?

Beim Umsetzen gelangt Sauerstoff in die Mitte, während das Material vom Rand in die wärmere Zone kommt. Das beschleunigt den Kompostierungsprozess und sorgt für eine bessere Verteilung von Feuchtigkeit und Wärme. Einen kleinen Komposthaufen müssen Sie nicht nach jedem neuen Küchenabfall umsetzen, regelmäßiges gründliches Durchmischen ist jedoch sinnvoll.

Der richtige Zeitpunkt

Kontrollieren Sie den Komposthaufen nach zwei bis vier Wochen. Fühlt sich die Mitte warm an, ist der Kompostierungsprozess aktiv. Sobald die Temperatur sinkt oder trockene und feuchte Bereiche entstehen, sollten Sie den Kompost umsetzen. Im Frühjahr und Sommer reicht es oft, den Kompost alle vier bis acht Wochen umzusetzen. Im Winter kommt der Kompostierungsprozess meist länger zum Stillstand.

So setzen Sie den Kompost um

  1. Schaffen Sie neben dem Kompost einen freien Platz oder stellen Sie einen zweiten Behälter bereit.
  2. Schaufeln Sie das Material von außen nach innen und lockern Sie verdichtete Klumpen auf.
  3. Bringen Sie trockene Randbereiche in die feuchte Mitte.
  4. Mischen Sie bei zu viel Feuchtigkeit trockenes Strukturmaterial unter und geben Sie bei Trockenheit etwas Wasser hinzu.
  5. Schichten Sie den gelockerten Komposthaufen neu auf und decken Sie ihn locker ab.

Verwenden Sie eine stabile Grabegabel oder Kompostgabel. Mit geeignetem Gartengerät arbeiten Sie rückenschonender und erreichen auch die unteren Schichten. Entfernen Sie beim Umsetzen gleich grobe Äste, Plastikteile und andere Fremdstoffe.

Mit zwei Kammern bleibt die Kompostproduktion in Gang

Wenn Sie regelmäßig Komposterde ernten möchten, ist ein System mit zwei Kammern praktisch. In einer Kammer reift das ältere Material, während Sie die andere neu befüllen. Ein Kompost-Doppelbehälter wie der

trennt diese Phasen und macht es unnötig, den gesamten Kompost ständig umzusetzen.

Befüllen Sie immer nur eine Kammer und lassen Sie die andere geschlossen reifen. Sieben Sie den reifen Kompost nach der Ernte und geben Sie grobe Stücke zurück in die aktive Kammer. So bleibt der Kreislauf im Garten übersichtlich.

Extra-Tipp

Notieren Sie beim Befüllen kurz, wann Sie eine Kammer schließen. Nach sechs Monaten können Sie den Reifegrad prüfen, ohne das Datum schätzen zu müssen. Eine einfache Monatsnotiz ist besonders bei zwei Kammern und wechselnden Jahreszeiten hilfreich.

Woran erkennen Sie reife Komposterde?

Reife Komposterde ist dunkelbraun bis fast schwarz, locker und krümelig. Sie riecht nach Erde, nicht faulig oder nach Ammoniak. Einige feine Blattadern dürfen noch sichtbar sein, Küchenabfälle, Rasenschnitt und Pflanzenstängel sollten jedoch nicht mehr deutlich zu erkennen sein.

Reifegrad und Sieb prüfen

Geben Sie eine Handvoll Kompost in ein Sieb. Grobe Äste und unzersetzte Schalen bleiben zurück. Geben Sie diese Stücke zurück in den aktiven Kompost. Das feine Material können Sie direkt in die Beete einarbeiten.

Für eine einfache Reifeprobe drücken Sie etwas Kompost in der Hand zusammen und öffnen Sie die Hand anschließend wieder. Reifer Humus hält kurz zusammen und zerfällt bei leichter Berührung wieder. Ist der Kompost noch schmierig oder riecht er stechend, braucht er mehr Luft, Strukturmaterial und Zeit.

Wie verwenden Sie Komposterde im Garten?

Verwenden Sie reifen Kompost als Bodenverbesserer, nicht als vollständigen Ersatz für Gartenerde. Arbeiten Sie den Kompost im Frühjahr oder Herbst flach in die obere Bodenschicht ein. Eine dünne Schicht reicht meist aus, denn Kompost enthält konzentrierte Nährstoffe und soll die Bodenorganismen langfristig mit Nährstoffen versorgen.

  • Gemüsebeete: Mischen Sie reife Komposterde vor dem Pflanzen flach in den Boden ein.
  • Stauden und Sträucher: Verteilen Sie den Kompost als dünne Mulchschicht und halten Sie Abstand zu den Pflanzenstängeln.
  • Rasen: Sieben Sie den Kompost fein und verteilen Sie ihn dünn, damit das Gras nicht erstickt.
  • Töpfe und Anzucht: Mischen Sie den Kompost mit Gartenerde oder einem geeigneten Substrat. Verwenden Sie Kompost nicht pur für empfindliche Sämlinge.

Ein Humusblock wie der

kann als einzelner Bestandteil eines Substrats sinnvoll sein. Er ersetzt keine gut ausgereifte Komposterde und liefert nicht automatisch dieselben Nährstoffe. Wenn Ihr Boden zusätzliche Nährstoffe braucht, finden Sie passende Ergänzungen in der Kategorie Dünger.

„Reifer Kompost riecht nach Erde und ist krümelig.”

— Bayerische Gartenakademie, Fachinformationen zum Kompostieren

Die Kontrolle in fünf Schritten

Prüfen Sie Ihren Gartenkompost, bevor Sie größere Mengen ausbringen. So erkennen Sie Probleme frühzeitig und können die Mischung anpassen, bevor Gerüche oder Fäulnis entstehen.

  • Der Standort liegt im Halbschatten, ist windgeschützt und staut kein Wasser.
  • Feuchte Küchen- und Pflanzenabfälle wechseln sich mit trockenem Strukturmaterial ab.
  • Der Komposthaufen fühlt sich an wie ein ausgedrückter Schwamm.
  • Beim Umsetzen bleibt das Material locker und gut belüftet.
  • Die reife Komposterde ist dunkel, krümelig und riecht nach Erde.

Mit diesen fünf Schritten gewinnen Sie jedes Jahr wertvollen Humus aus Garten- und Küchenabfällen. Gartenkompost schließt den Nährstoffkreislauf, spart Wege zur Abfallentsorgung und verbessert langfristig den Boden.

Häufige Fragen

Was darf auf den Kompost?
Auf den Kompost gehören rohe Gemüse- und Obstreste, Kaffeesatz, Teebeutel ohne Kunststoff, Laub, Rasenschnitt, zerkleinerte Zweige und unbehandelte Pflanzenreste. Mischen Sie feuchte Küchenabfälle mit trockenem Strukturmaterial. Fleisch, Fisch, gekochte Speisen, kranke Pflanzen und behandeltes Holz gehören nicht auf den offenen Komposthaufen im Garten.
Wie feucht sollte ein Komposthaufen sein?
Der Kompost sollte sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm: feucht, aber nicht nass. Tritt Wasser aus, mischen Sie trockene Blätter, Stroh oder Pappe unter. Zerfällt der Komposthaufen staubtrocken, besprengen Sie ihn sparsam mit Wasser und lockern verdichtete Stellen auf. Kontrollieren Sie den Feuchtigkeitsgehalt besonders im Sommer.
Wie lange dauert es, bis Kompost reif ist?
Je nach Material, Jahreszeit und Pflege ist Kompost meist nach sechs bis zwölf Monaten reif. Grobes Material und ein Komposthaufen, der nur selten umgesetzt wird, brauchen länger. Reifer Kompost ist dunkelbraun, krümelig und riecht erdig. Sieben Sie unverrottete Stücke aus und geben Sie sie zurück auf den Komposthaufen.
Darf Rasenschnitt auf den Kompost?
Rasenschnitt darf auf den Kompost, solange Sie ihn in einer dünnen Schicht untermischen. Eine dicke, nasse Schicht verklumpt, beginnt zu stinken und lässt kaum Sauerstoff an das Kompostiergut. Breiten Sie den Rasenschnitt zum Trocknen aus oder mischen Sie ihn mit Laub, zerkleinertem Material, Stroh oder gehäckselten Zweigen. So bleibt der Komposthaufen locker und luftig.
Was darf nicht auf den Kompost?
Auf den offenen Komposthaufen im Garten gehören kein Fleisch, Fisch, Knochen, Milchprodukte, gekochte Speisen, Katzenstreu, Windeln, Glas, Metall, Kunststoff oder behandeltes Holz. Auch kranke Pflanzen und samenhaltiges Unkraut sollten Sie weglassen, wenn im Komposthaufen keine zuverlässigen Bedingungen für die Heißrotte erreicht werden. Entsorgen Sie solche Abfälle über die kommunale Biotonne oder den Wertstoffhof.
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