Kurz erklärt: Mit einem sonnigen Standort, ausreichend großen Pflanzgefäßen und zuverlässiger Bewässerung wird Ihr Balkon zum Gemüsegarten. Wählen Sie kompakte Tomaten, Paprika, Pflücksalat, Radieschen, Kräuter und Snackgurken. Säen Sie zeitversetzt aus, schneiden Sie die Pflanzen regelmäßig zurück und ernten Sie junge Früchte, damit die Pflanzen immer wieder neue Erträge bringen.
Ein Balkon bietet mehr als Platz für ein paar dekorative Kräuter. Mit einem durchdachten Pflanzplan ernten Sie wochenlang Salat, Radieschen, Tomaten, Paprika, Gurken und frische Kräuter. Entscheidend sind Licht, die Größe der Pflanzgefäße, die Wasserversorgung und ein auf jede Pflanze abgestimmter Erntezeitpunkt.
Beim Anlegen eines Gemüsegartens auf dem Balkon kommt es nicht auf die Anzahl der Pflanzgefäße an. Ein überladener Balkon trocknet schnell aus, lässt wenig Luft an die Pflanzen und macht die Pflege unnötig aufwendig. Mit wenigen ertragreichen Sorten haben Sie meist mehr für die Küche als mit vielen wahllos gekauften Pflanzen.
Wie legen Sie einen Gemüsegarten auf dem Balkon an?
Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick. Messen Sie die nutzbare Fläche aus, prüfen Sie die Ausrichtung und beobachten Sie einige Tage lang, wann die Sonne auf den Balkon scheint. Notieren Sie auch, wo der Wind am stärksten ist. Diese Informationen helfen Ihnen bei der Auswahl von Pflanzen, Pflanzgefäßen und Rankhilfen.
Standort, Licht und Tragfähigkeit prüfen
Fruchtgemüse braucht viel Licht. Süd-, Südwest- und Südostbalkone eignen sich für Tomaten, Paprika, Gurken und Bohnen. Auf einem Ost- oder Westbalkon gedeihen Salat, Radieschen, Mangold, Erdbeeren und Kräuter zuverlässig. Ein Nordbalkon ist vor allem für schattenverträgliche Kräuter wie Minze, Schnittlauch und Petersilie geeignet.
- Licht: Planen Sie für Tomaten und Paprika möglichst sechs Stunden direktes Sonnenlicht ein. Bei weniger Licht reifen die Früchte langsamer.
- Wind: Stellen Sie hohe Pflanzen nah an die Wand und befestigen Sie Stäbe oder Rankgitter sicher. Starke Böen können einen dicht bewachsenen Pflanzkübel umwerfen.
- Tragfähigkeit: Ein 20-Liter-Pflanzgefäß wiegt mit Erde und Wasser schnell mehr als 20 Kilogramm. Verteilen Sie schwere Gefäße und beachten Sie die zulässige Tragfähigkeit des Balkons.
- Zugang: Stellen Sie die Pflanzen so auf, dass Sie sie gießen, zurückschneiden und ernten können, ohne andere Pflanzgefäße bewegen zu müssen.
Prüfen Sie bei Mietwohnungen außerdem, ob bestimmte Befestigungen am Geländer, an der Außenwand oder für Balkonkästen unzulässig sind. Hängende Pflanzgefäße dürfen nur an stabilen Halterungen angebracht werden. Sichern Sie jedes Gefäß gegen Verrutschen und verhindern Sie, dass überschüssiges Wasser auf die Balkone darunter tropft.
Das Pflanzgefäß passend zur Pflanze wählen
Das Pflanzgefäß entscheidet darüber, wie gleichmäßig die Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden. Kleine Gefäße trocknen schnell aus und überstehen heiße Tage schlecht. Große Gefäße gleichen Schwankungen besser aus, brauchen aber einen stabilen Standort und eine gute Drainage.
- Tomaten: Kompakte Sorten brauchen etwa zehn bis fünfzehn Liter, stark wachsende Stabtomaten mindestens zwanzig Liter.
- Paprika und Chili: Für viele Sorten reichen acht bis fünfzehn Liter. Ein dunkler Topf heizt sich in der Sonne schnell auf.
- Snackgurken: Rechnen Sie mit zwanzig bis dreißig Litern und einer stabilen Rankhilfe.
- Pflücksalat und Kräuter: Flache Pflanzkästen mit mindestens zehn Zentimetern Tiefe reichen oft aus.
- Radieschen: Rechnen Sie mit etwa fünfzehn Zentimetern Pflanzerde, damit die Knollen gleichmäßig wachsen.
Jedes Pflanzgefäß braucht Abzugslöcher. Eine dicke Kiesschicht ersetzt keine Abzugslöcher. Verwenden Sie stattdessen ein Gefäß mit gutem Wasserabzug, lockere Pflanzerde und einen Untersetzer mit Überlauf. Für Kräuter und Salat können Sie den als dekorativen Balkonpflanzkasten mit einem passenden wasserdichten Innentopf verwenden.
Eine praktische Grundausstattung finden Sie im Sortiment für Garten- und Pflanzbedarf. Wählen Sie Materialien, die UV-Strahlung und Regen standhalten. Kunststoff ist leicht, Terrakotta speichert Wärme, trocknet aber schneller aus. Holz muss vor dauerhafter Feuchtigkeit geschützt werden.
Profi-Tipp
Richten Sie jeder Pflanze einen festen Pflegeplatz ein. Stellen Sie Pflanzgefäße mit ähnlichem Wasserbedarf zusammen, zum Beispiel Tomaten und Gurken, und halten Sie mediterrane Kräuter getrennt. So können Sie gezielter gießen und vermeiden, dass Rosmarin oder Thymian in nasser Erde stehen.
Welche Pflanzen bringen auf dem Balkon die größte Ernte?
Ein essbarer Balkongarten funktioniert am besten mit Pflanzen, die immer wieder neue Blätter oder Früchte bilden. Wählen Sie kompakte Sorten, die in Töpfen wachsen, und kombinieren Sie Kulturen mit langer Wachstumszeit mit schnell erntereifen Pflanzen. So bleibt der Platz vom Frühjahr bis in den Herbst produktiv.
Fruchtgemüse für eine lange Saison
Tomaten gehören zu den ertragreichsten Balkonpflanzen. Cherrytomaten und spezielle Balkontomaten bilden viele kleine Früchte, die nach und nach reifen und direkt von der Pflanze geerntet werden können. Stabtomaten brauchen eine stabile Rankhilfe. Buschtomaten bleiben niedriger, benötigen aber einen breiten, standsicheren Topf.
Snackpaprika und Chilis gedeihen gut an warmen, geschützten Standorten. Die Pflanzen wachsen langsamer als Radieschen, tragen aber über Wochen Früchte. Ernten Sie Paprika grün, wenn Sie einen würzigeren Geschmack bevorzugen, oder lassen Sie die Früchte vollständig ausreifen. Gießen Sie regelmäßig, denn starke Schwankungen können dazu führen, dass Blüten und junge Früchte abfallen.
Snackgurken bringen bei ausreichend Wasser und Wärme viele Früchte hervor. Wählen Sie eine kompakte Sorte und geben Sie der Pflanze ein Rankgitter oder eine Schnur zum Klettern. Kontrollieren Sie sie täglich, denn Gurken können innerhalb weniger Tage groß und wässrig werden. Auf kleinen Balkonen reicht oft eine Pflanze.
Stangenbohnen passen in einen tiefen Balkonkasten oder einen Topf mit etwa zehn l Fassungsvermögen. Sie bilden immer wieder neue Hülsen, wenn Sie regelmäßig ernten. Säen Sie zwei bis drei Wochen nach der ersten Aussaat eine zweite Portion aus, sobald die ersten Pflanzen gut angewachsen sind. So verlängern Sie die Erntezeit.
Schnell wachsende Kulturen und Blattgemüse
Radieschen gehören zu den am schnellsten erntereifen Gemüsesorten. Sie wachsen in etwa vier bis sechs Wochen und brauchen keine Rankhilfe. Säen Sie in kleinen Mengen mit zeitlichem Abstand, statt an einem Tag einen ganzen Kasten zu füllen. Pflücksalat, Rucola und Asia-Salat bilden immer wieder neue Blätter, wenn Sie das Herz der Pflanze stehen lassen.
Mangold eignet sich besonders gut für einen festen Ernteplatz. Pflücken Sie die äußeren Blätter, während die Pflanze in der Mitte weiterwächst. Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Koriander und Dill bringen auf kleiner Fläche mehr Geschmack in Ihre Gerichte. Pflanzen Sie Minze am besten in einen eigenen Topf, da sie sich stark ausbreitet.
Erdbeeren wachsen in Balkonkästen und Blumenampeln. Immertragende Erdbeeren bilden über einen langen Zeitraum kleinere Früchte. Möhren, Rote Bete und Frühlingszwiebeln brauchen mehr Tiefe, gedeihen aber gut in hohen Töpfen. Prüfen Sie vor dem Kauf die Sortenbeschreibung und den benötigten Platz.
Den Ertrag pro Fläche planen
Legen Sie eine klare Grundausstattung fest. Drei Tomatenpflanzen, zwei Paprikapflanzen, ein Topf mit Snackgurke, ein Kasten Pflücksalat, ein Kasten Radieschen und mehrere Kräutertöpfe sind ein vielseitiger Anfang. Zwischen die größeren Pflanzen passen Frühlingszwiebeln oder niedrige Salatsorten, sofern sie nicht dauerhaft im Schatten stehen.
Verzichten Sie auf Kürbisse und stark wachsende Zucchini, wenn Ihnen nur wenige Quadratmeter zur Verfügung stehen. Eine Zucchinipflanze braucht einen großen Topf und viel Platz für ihre Blätter. Sie kann eine gute Wahl sein, wenn Ihr Balkon groß ist und Sie die Pflanze täglich kontrollieren können. Auf kleinen Flächen bringen Salat, Bohnen und Tomaten pro Standort meist mehr Ernte.
Passendes Saatgut für den Anfang finden Sie bei Gemüsesamen. Wenn Sie mehrere Sorten kombinieren möchten, bietet die Kategorie verschiedene Gemüsesorten einen guten Überblick.
Auch auf kleiner Fläche ist eine abwechslungsreiche Gemüseernte möglich, wenn Sie Standort und Topfgröße gut aufeinander abstimmen.
Wie legen Sie einen Gemüsegarten auf dem Balkon richtig an?
Nach der Auswahl folgt die Gestaltung. Verwenden Sie saubere Töpfe, frische Pflanzenerde und Pflanzen mit kräftigen Wurzeln. Ein guter Start spart später Wasser und verhindert, dass sich Krankheiten über alte Pflanzenreste weiter ausbreiten.
Pflanzenerde und Drainage vorbereiten
Gemüse braucht Pflanzenerde, die Wasser speichert und zugleich Luft an die Wurzeln lässt. Hochwertige Gemüse- oder Blumenerde enthält meist Kompost und mineralische Bestandteile. Normale Gartenerde ist für Balkonkästen oft zu schwer und verdichtet schnell. Mischen Sie keine Erde aus unbekannten Beeten unter die Pflanzenerde, wenn dort Krankheiten oder Schädlinge aufgetreten sind.
- Reinigen Sie gebrauchte Töpfe mit Wasser und einer Bürste.
- Kontrollieren Sie die Abzugslöcher und halten Sie sie frei.
- Füllen Sie den Topf bis einige Zentimeter unter den Rand.
- Setzen Sie die Pflanze aufrecht in den Topf und drücken Sie die Pflanzenerde leicht an.
- Gießen Sie langsam, bis unten etwas Wasser herausläuft.
Tomaten können etwas tiefer gepflanzt werden, weil sie am Stängel zusätzliche Wurzeln bilden. Setzen Sie Paprika dagegen auf derselben Höhe wie zuvor in den Topf. Salat sollte nicht tief in der Pflanzenerde stehen, da sonst der Vegetationspunkt fault, wenn die Erde dauerhaft feucht ist.
Aussäen oder Jungpflanzen setzen
Mit Jungpflanzen erzielen Sie auf einem kleinen Balkon schnell eine Ernte. Kaufen Sie kräftige Pflanzen mit kompakter Form und gesunden Blättern, deren Blattunterseiten nicht klebrig sind. Wenn Sie selbst aussäen, können Sie die Ernte besser verteilen. Radieschen, Salat, Bohnen und viele Kräuter wachsen gut direkt in ihrem endgültigen Topf.
Stellen Sie Fruchtgemüse erst nach den letzten kalten Nächten dauerhaft ins Freie. Gewöhnen Sie vorgezogene Pflanzen über mehrere Tage an Sonne und Wind. Stellen Sie sie zunächst geschützt auf und verlängern Sie nach und nach die Zeit im Freien. So vermeiden Sie Sonnenbrand und abgebrochene Triebe.
Säen Sie Radieschen, Pflücksalat und Rucola alle zwei bis drei Wochen in kleinen Mengen nach. Ernten Sie die erste Aussaat, sobald Platz frei wird, und verwenden Sie den Topf erneut. Entfernen Sie alte Wurzeln und kranke Blätter, bevor Sie neu aussäen.
Pflanzabstände und Rankhilfen festlegen
Zu dicht bepflanzte Töpfe wirken zunächst üppig, bringen aber weniger Ernte. Jede Pflanze braucht Platz für Blätter und Wurzeln sowie eine gute Luftzirkulation. Halten Sie die Abstände auf der Saatguttüte oder dem Pflanzenetikett ein. Bei stark wachsenden Pflanzen zählt die ausgewachsene Größe, nicht die Größe beim Kauf.
Bringen Sie Rankhilfen an, bevor die Triebe lang werden. Ein Bambusstab, ein stabiles Rankgitter oder gespannte Schnüre leiten Tomaten, Bohnen und Gurken nach oben. Binden Sie die Pflanzen locker an, damit die Stängel dicker werden können. Kontrollieren Sie die Befestigung nach starkem Wind.
Wichtiger Hinweis
Stellen Sie Balkonkästen und große Töpfe nicht ausschließlich auf das Balkongeländer. Prüfen Sie die Befestigung, Tragfähigkeit und den Wasserablauf. Verwenden Sie für essbare Pflanzen nur Pflanzenerde und Dünger, die für Gemüse geeignet sind, und beachten Sie die Gebrauchsanweisung. Entfernen Sie nach starkem Regen stehendes Wasser.
Wie pflegen Sie Ihren Balkongarten bis zur Ernte?
Die Pflege entscheidet darüber, ob Ihre Pflanzen nur einmal Ertrag bringen oder Sie wochenlang ernten können. Kontrollieren Sie die Töpfe regelmäßig, statt einem festen Kalender zu folgen. Sonne, Wind, Topfgröße und Wachstumsphase verändern den Wasserbedarf täglich.
Richtig gießen
Stecken Sie einen Finger zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde. Fühlt sie sich trocken an, gießen Sie langsam und gründlich. Das Wasser sollte den gesamten Wurzelballen erreichen und kurz aus dem Abflussloch laufen. Kleine Wassermengen befeuchten nur die Oberfläche und fördern flache Wurzeln.
Gießen Sie am besten morgens. An heißen, windigen Tagen sollten Sie die Pflanzen am späten Nachmittag erneut kontrollieren. Große Blätter und kleine Töpfe erhöhen den Wasserverbrauch. Eine dünne Mulchschicht aus Kompost, Stroh oder unbehandelten Pflanzenfasern verringert die Verdunstung, darf aber den Pflanzenstängel nicht berühren.
Gießen Sie direkt auf die Erde und nicht ständig über die Blätter. Nasse Blätter in dichtem Pflanzenbestand begünstigen Pilzkrankheiten. Untersetzer halten vorübergehend Wasser zurück, sollten aber nicht dauerhaft voll sein. Eine einfache Tröpfchenbewässerung kann Ihre Pflanzen während eines Urlaubs versorgen. Testen Sie das System vorher mehrere Tage lang.
Für Schläuche, Tropfer und andere Lösungen zur Wasserversorgung lohnt sich ein Blick in die Kategorie Gartenbewässerung. Wählen Sie eine Lösung, die zur Anzahl Ihrer Töpfe passt. Für wenige Töpfe reicht ein kleiner Wassertank; bei vielen Pflanzen benötigen Sie eine gleichmäßige Wasserverteilung.
Nährstoffe nach Bedarf zuführen
Frische Gemüseerde versorgt junge Pflanzen zunächst mit Nährstoffen. Nach etwa vier bis sechs Wochen brauchen Tomaten, Gurken und Paprika meist zusätzliche Nährstoffe. Verwenden Sie Flüssigdünger oder Langzeitdünger nach Herstellerangaben. Eine zu hohe Düngerdosis schädigt die Wurzeln und führt bei Blattgemüse zu weichem, empfindlichem Wachstum.
Fruchtgemüse hat einen hohen Nährstoffbedarf. Während der Blüte und Fruchtbildung braucht es regelmäßig Nährstoffe. Salat, Radieschen und Kräuter benötigen weniger. Bei Basilikum und Petersilie reicht oft eine sparsame Düngung. Stark gedüngte Kräuter bilden zwar schnell viele Blätter, verlieren aber an Aroma.
Feuchten Sie trockene Erde vor dem Düngen leicht an. So verteilt sich die Nährlösung besser und die Wurzeln nehmen sie gleichmäßiger auf. Düngen Sie nicht bei großer Hitze oder wenn die Pflanze sichtbar schlaff ist. Warten Sie, bis sich die Blätter erholt haben.
Pflanzen kontrollieren und schneiden
Kontrollieren Sie mindestens zweimal pro Woche die Blattunterseiten. Blattläuse sitzen oft an jungen Trieben, während Spinnmilben trockene, warme Stellen bevorzugen. Entfernen Sie einzelne Schädlinge frühzeitig mit einem Wasserstrahl oder von Hand. Beachten Sie bei zugelassenen Pflanzenschutzmitteln die Wartezeit für essbare Pflanzen.
Entfernen Sie bei Stabtomaten nach Bedarf die Seitentriebe, damit die Pflanze ihre Kraft in wenige Fruchtstände steckt. Buschtomaten wachsen kompakter und müssen meist weniger geschnitten werden. Entfernen Sie gelbe Blätter und Blätter, die den Boden berühren. Schneiden Sie sauber und beschädigen Sie gesunde Triebe nicht unnötig.
Die eignet sich für Kräuter, weiche Triebe und das saubere Entfernen einzelner Blätter. Für verschiedene Arbeiten finden Sie in der Kategorie Gartengeräte passende Helfer. Reinigen Sie die Klinge, nachdem Sie kranke Pflanzenteile geschnitten haben.
Zusätzlicher Tipp
Führen Sie eine einfache Ernteliste. Notieren Sie die Aussaat, die ersten Blüten, die ersten reifen Früchte und besonders ertragreiche Sorten. Ihre Aufzeichnungen zeigen Ihnen im nächsten Jahr, welche Töpfe zu klein waren und welche Pflanzen auf Ihrem Balkon tatsächlich lange Erträge geliefert haben.
Wann und wie ernten Sie auf dem Balkon?
Richten Sie sich bei der Ernte nach dem Reifegrad und der Pflanzenart. Bei vielen Balkonpflanzen fördert regelmäßiges Pflücken neue Blüten und Früchte. Lassen Sie reife Gurken, Bohnen oder Paprika nicht unnötig lange hängen. Sonst steckt die Pflanze weniger Kraft in neue Früchte.
Reifezeichen der wichtigsten Gemüsesorten
- Tomaten: Die Früchte geben bei leichtem Druck etwas nach und haben die sortentypische Farbe. Bei schlechtem Wetter können Sie fast reife Früchte nachreifen lassen.
- Paprika und Chilis: Grüne Früchte sind essbar, voll ausgefärbte schmecken meist süßer. Schneiden Sie sie mit einem kurzen Stiel ab.
- Gurken: Ernten Sie Snackgurken jung und regelmäßig. Überreife Früchte werden oft bitter oder bilden harte Samen.
- Bohnen: Pflücken Sie die Hülsen, solange sie glatt und zart sind. Knicken Sie die Triebe dabei nicht ab.
- Radieschen: Ziehen Sie sie aus der Erde, sobald die Knolle die gewünschte Größe erreicht hat. Zu spät geerntete Radieschen werden faserig oder scharf.
- Pflücksalat und Mangold: Ernten Sie die äußeren Blätter und lassen Sie das Herz stehen. So wächst die Pflanze weiter.
- Kräuter: Schneiden Sie Triebe knapp über einem Blattpaar ab. Vor der Blüte entwickeln viele Kräuter ihr kräftigstes Aroma.
Schonend ernten
Ernten Sie Blätter und Kräuter am besten morgens, wenn die Pflanzen gut mit Wasser versorgt sind. Pflücken Sie Früchte bei trockenem Wetter. Reißen Sie Tomaten nicht mit Gewalt vom Trieb. Mit einer Schere vermeiden Sie Risse an Stängeln und Fruchtständen.
Der bietet Platz für frisch geerntete Tomaten, Bohnen, Paprika und Kräuter. Legen Sie empfindliche Früchte nicht unter schwere Hülsen. Verarbeiten oder kühlen Sie die Ernte rasch, damit sie knackig bleibt. Basilikum, Tomaten und Paprika bleiben bei Zimmertemperatur aromatischer als im Kühlschrank.
Sortieren Sie beschädigte Früchte sofort aus. Kleine Druckstellen breiten sich in einem vollen Erntekorb schnell aus. Waschen Sie Gemüse erst kurz vor dem Verzehr, wenn Sie es nicht direkt verarbeiten. So bleibt die Oberfläche länger trocken und das Gemüse länger haltbar.
Regelmäßiges Ernten regt bei vielen Gemüsepflanzen die Bildung neuer Blüten und Früchte an.
Die Saison mit Folgekulturen verlängern
Ein Selbstversorger-Balkon bleibt produktiv, wenn Sie frei gewordene Kästen sofort neu bepflanzen. Nach Radieschen können Sie Pflücksalat oder Buschbohnen aussäen. Nach einer frühen Salaternte können Sie Mangold, Kräuter oder eine zweite Runde Radieschen pflanzen. Entfernen Sie alte Pflanzen vollständig, wenn sie keine neuen Blätter oder Früchte mehr bilden.
- Frühling: Säen Sie Radieschen, Pflücksalat, Rucola, Spinat und Frühlingszwiebeln. Stellen Sie Tomaten und Paprika geschützt bereit.
- Spätes Frühjahr: Stellen Sie Tomaten, Paprika, Gurken und Basilikum nach den kalten Nächten nach draußen. Bringen Sie Rankhilfen gleich an.
- Sommer: Ernten Sie Bohnen, Gurken und reife Tomaten täglich oder jeden zweiten Tag. Säen Sie Salat und Radieschen erneut aus.
- Spätsommer: Nutzen Sie frei gewordene Kästen für Mangold, Rucola, Asiasalat und winterharte Kräuter.
Planen Sie beim Anlegen eines Balkongartens also nicht nur den Pflanzzeitpunkt. Legen Sie auch fest, wann Sie schneiden, erneut aussäen und Kästen neu bepflanzen. So entsteht aus einzelnen Töpfen ein verlässlicher Erntekreislauf und Ihr Balkon wird zum produktiven Naschbalkon.
Häufige Fragen
- Welches Gemüse eignet sich für einen Selbstversorger-Balkon?
- Für den Balkon eignen sich kompakte Tomaten, Snackpaprika, Pflücksalat, Radieschen, Buschbohnen, Kräuter und Snackgurken. Wählen Sie Sorten mit kompaktem Wuchs und langer Erntezeit. Pflücksalat und Kräuter liefern immer wieder frische Blätter, während Tomaten und Paprika über Wochen reife Früchte tragen und den vorhandenen Platz gut nutzen.
- Wie viel Sonne brauchen Balkon-Gemüsepflanzen?
- Die meisten Fruchtgemüse brauchen täglich mindestens sechs Stunden direkte Sonne. Tomaten, Paprika, Gurken und Bohnen wachsen am besten auf einem Südbalkon sowie auf einem Balkon mit Südwest- oder Südostausrichtung. Salat, Radieschen, Mangold und viele Kräuter kommen mit vier bis fünf Sonnenstunden aus, wachsen im lichten Halbschatten aber langsamer.
- Wie oft muss ich Gemüse auf dem Balkon gießen?
- Kontrollieren Sie im Sommer täglich die Erde. Gießen Sie langsam, sobald die oberste Schicht trocken ist, bis Wasser aus den Abflusslöchern läuft. Große Pflanzgefäße trocknen langsamer aus als kleine. Mulch, Untersetzer mit Überlauf und eine automatische Bewässerung helfen an heißen Tagen, ersetzen aber nicht die Kontrolle der Pflanzen.
- Wie groß muss der Topf für Tomaten und Gurken auf dem Balkon sein?
- Planen Sie für eine kompakte Tomate mindestens zehn bis fünfzehn Liter Erde ein, bei stark wachsenden Sorten besser zwanzig Liter. Eine Snackgurke braucht etwa zwanzig bis dreißig Liter und eine Rankhilfe. Je größer der Topf ist, desto gleichmäßiger bleiben Wasser- und Nährstoffversorgung.
- Wann kann ich Gemüse auf dem Balkon ernten?
- Ernten Sie Salat, Kräuter und Radieschen früh, sobald sie die gewünschte Größe erreicht haben. Tomaten schmecken voll ausgereift am besten, und Bohnen bleiben zart, wenn Sie sie regelmäßig pflücken. Schneiden Sie Kräuter knapp über einem Blattpaar ab und ernten Sie Gurken mit einer Schere, damit die Triebe nicht abreißen.
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