Rauhfaser streichen: Warum es anders ist
Rauhfaser-Tapeten bedecken viele Wände. Ihre strukturierte Oberfläche schluckt mehr Farbe als glatter Putz. Sie müssen die Technik anpassen. Ein falscher Anstrich betont nur die Körnung und hinterlässt unschöne Streifen.
Der Schlüssel liegt im richtigen Werkzeug und einer angepassten Maltechnik. Mit diesen Schritten erreichen Sie ein professionelles Ergebnis.
Die Vorbereitung macht das Ergebnis
Beginnen Sie mit einem sauberen Untergrund. Entfernen Sie Staub und Fett mit einem fettlösenden Reiniger. Prüfen Sie die Tapete auf festen Sitz. Lose Ränder kleben Sie mit Tapetenkleister wieder an.
Spachteln Sie tiefe Risse oder Löcher mit Acrylspachtelmasse aus. Schleifen Sie nach dem Trocknen die überstehenden Ränder leicht an. So vermeiden Sie später sichtbare Unebenheiten unter der Farbe.
Wichtiger Hinweis
Tragen Sie immer eine Grundierung auf. Ungrundierte Rauhfaser saugt die Farbe ungleichmäßig auf. Das führt zu fleckigen Flächen. Eine Tiefengrundierung versiegelt die Oberfläche und reduziert den Farbverbrauch.
Das richtige Werkzeug wählen
Verwenden Sie einen hochwertigen Garten- und Heimwerkerroller mit langem Flor. Kurze Rollen erreichen die Täler der Struktur nicht. Ein 12-mm-Flor ist ideal für mittlere Rauhfaser.
Für die Kanten und hinter Heizkörpern benötigen Sie spezielle Pinsel. Ein
oder mit schmalem Kopf und langen Borsten arbeitet präzise in engen Ecken. Diese Pinsel finden Sie in unserer Kategorie Wandgestaltung.Schritt für Schritt zur perfekten Wand
1. Farbmenge berechnen
Rauhfaser benötigt etwa 20% mehr Farbe als glatte Wände. Multiplizieren Sie die Wandfläche (Länge x Höhe) mit 0,2 und addieren Sie dies zur Grundmenge. Berechnen Sie Fenster- und Türflächen nicht ab.
Mischen Sie die gesamte benötigte Farbe auf einmal. Nachmischen führt fast immer zu Farbabweichungen. Rühren Sie die Farbe im Eimer gründlich durch.
„Die größte Gefahr bei Rauhfaser ist ungleichmäßige Benetzung. Arbeiten Sie zügig und halten Sie eine nasse Kante. So vermeiden Sie Trockenränder, die später als Streifen sichtbar werden.“
2. Die Nass-in-Nass-Technik
Beginnen Sie in einer Ecke oben. Rollen Sie die Farbe in einem Winkel von 45 Grad auf. Arbeiten Sie in Bahnen von etwa einem Meter Breite.
Kreuzrollen Sie sofort nach dem Auftragen. Das bedeutet: Rollen Sie die noch nasse Farbe im rechten Winkel zur ersten Richtung aus. Diese Technik drückt die Farbe in alle Vertiefungen der Struktur.
Profi-Tipp
Halten Sie den Farbroller stets gut gefüllt. Ein halbtrockener Roller schleppt über die Struktur und hinterlässt ungleichmäßige Spuren. Tauchen Sie ihn regelmäßig in die Farbwanne, ohne ihn zu tränken.
3. Kanten und Ecken bearbeiten
Schneiden Sie Decken- und Fußleistenkanten mit einem
oder einem schmalen Pinsel vor. Arbeiten Sie mit der Rolle bis dicht an diese feuchte Kante heran. So vermischen sich Pinsel- und Rollenstrich unsichtbar.Für Heizkörpernischen ist ein spezieller Heizkörperpinsel unverzichtbar. Er erreicht auch schwer zugängliche Stellen ohne Tropf- und Spritzerbildung.
Besondere Herausforderungen meistern
Starke Strukturen und Tiefenrauhfaser
Bei sehr ausgeprägter Struktur kann ein Farbspritzgerät sinnvoll sein. Es beschichtet alle Vertiefungen gleichmäßig. Für den Heimgebrauch ist die Kreuzrolltechnik mit einem dicken Flor jedoch meist ausreichend.
Bei Tiefenrauhfaser erwägen Sie einen ersten Grobstrukturanstrich mit einer Farbbürste. Diese trägt die Farbe tief in die Täler ein. Den Finish-Anstrich führen Sie dann mit der Rolle durch.
„Nach dem ersten Anstrich wirkt die Wand oft unbefriedigend. Das ist normal. Die Struktur schluckt die Farbe. Erst der zweite, deckende Anstrich bringt die volle Farbe und Gleichmäßigkeit.“
Farbwechsel und Deckkraft
Wechseln Sie von einer dunklen zu einer hellen Farbe, benötigen Sie eine Zwischengrundierung. Ein heller Isolieranstrich verhindert das Durchschlagen der alten Farbe.
Prüfen Sie die Deckkraft Ihrer Farbe an einer unauffälligen Stelle nach der ersten Schicht. Schwache Stellen korrigieren Sie sofort, solange die Farbe noch feucht ist.
Zusätzlicher Rat
Lassen Sie den ersten Anstrich mindestens vier Stunden trocknen, besser über Nacht. Die Struktur muss durchtrocknen, sonst löst der zweite Anstrich die erste Schicht an. Prüfen Sie die Trockenheit durch vorsichtiges Antippen einer unauffälligen Stelle.
Pflege und Nacharbeit
Reinigen Sie Ihre Werkzeuge sofort nach Gebrauch. Eingetrocknete Farbe in den Borsten oder im Rollerflor zerstört das Werkzeug. Verwenden Sie für wasserlösliche Farben warmes Wasser und Seife.
Kontrollieren Sie das fertige Ergebnis bei Tageslicht. Markieren Sie kleine Fehlstellen mit einem Klebepunkt. Nach der vollständigen Trocknung korrigieren Sie diese Stellen punktuell mit dem Pinsel.
FAQ: Häufige Fragen zum Rauhfaser streichen
- Kann ich Rauhfaser mit einem Farbspritzgerät streichen?
- Ja, das ist eine sehr gleichmäßige Methode. Sie benötigen jedoch umfangreiche Abdeckarbeiten für Möbel und Fußboden. Für einzelne Räume ist die Roller-Methode oft praktikabler.
- Wie viele Anstriche sind nötig?
- Bei einem Farbwechsel oder mit hellen Farben auf dunklem Untergrund planen Sie immer zwei Anstriche ein. Bei ähnlichen Farbtönen kann ein Anstrich genügen, wenn die Farbe hoch deckend ist.
- Welche Farbe eignet sich am besten?
- Hoch deckende Dispersionsfarbe mit Matt- oder Seidenglanz ist ideal. Stark glänzende Lacke betonen jede Unebenheit der Struktur und sind nicht empfehlenswert.
- Kann ich Rauhfaser tapezieren und dann streichen?
- Das ist der Standardweg. Die Tapete muss vor dem Streichen vollständig durchtrocknen. Achten Sie beim Tapezieren auf saubere, nahtlose Stöße.
Werkzeug und Material aus einer Hand
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Mit der richtigen Vorbereitung und Technik gelingt das Streichen von Rauhfaser problemlos. Das Ergebnis sind gleichmäßig schöne Wände, die viele Jahre halten.