Kurz erklärt: Beenden Sie die Rhabarberernte traditionell am 24. Juni (Johannistag). Statt die Stangen zu schneiden, drehen Sie sie mit einem Ruck heraus, um Fäulnis zu vermeiden. Entfernen Sie sofort alle Blütenstände. Düngen Sie die Pflanze anschließend mit Kompost oder organischem Dünger und halten Sie sie im Sommer ausreichend feucht, damit sie Kraft für das nächste Jahr sammeln kann.
Die Rhabarbersaison ist ein Höhepunkt im Gartenjahr. Doch wenn die Erntezeit Mitte Juni endet, beginnt eine entscheidende Phase für die Pflanze. Die richtige Pflege nach der Ernte legt den Grundstein für einen kräftigen Austrieb und reiche Erträge im kommenden Frühling. Vernachlässigen Sie Ihre Rhabarberstaude jetzt, riskieren Sie eine schwächere Ernte im nächsten Jahr.
Die Pflege ist unkompliziert, aber wirkungsvoll. Mit wenigen gezielten Maßnahmen versorgen Sie die Pflanze optimal und bereiten sie auf die Ruhephase im Winter vor. So stellen Sie sicher, dass Ihr Rhabarber über viele Jahre hinweg ein produktiver Teil Ihres Gartens bleibt.
- Warum ist die Pflege nach der Rhabarberernte so entscheidend?
- Rhabarber richtig ernten: Schneiden oder drehen?
- Schritt-für-Schritt-Anleitung: Die Rhabarberpflege nach dem 24. Juni
- Was tun mit den Rhabarberblättern und übrig gebliebenen Stangen?
- Häufige Probleme nach der Ernte und wie Sie diese vermeiden
- Vorbereitung auf den Winter und Ausblick auf die nächste Saison
Warum ist die Pflege nach der Rhabarberernte so entscheidend?
Die Ernte entzieht der Rhabarberpflanze viel Energie. Jeder Stiel, den Sie ernten, ist ein Blatt, das für die Photosynthese fehlt. Nach der traditionellen Erntepause ab dem Johannistag (24. Juni) braucht die Pflanze Zeit, um sich zu regenerieren. Die verbleibenden Blätter arbeiten auf Hochtouren, um Zucker zu produzieren. Diesen Zucker lagert die Pflanze als Energiereserve im Rhizom, dem unterirdischen Wurzelstock, ein.
Diese eingelagerten Reserven sind die Lebensversicherung für den Winter und der Startschuss für das Frühjahr. Ohne eine ausreichende Regenerationsphase treibt der Rhabarber im nächsten Jahr nur schwach aus, bildet dünnere Stiele und liefert eine magere Ernte. Eine gute Pflege im Sommer und Herbst ist also eine direkte Investition in den Ertrag der kommenden Saison.
Die Pflanze braucht nach der Erntezeit eine Ruhephase, um genügend Reservestoffe in den Wurzelstock für den Austrieb im nächsten Jahr einzulagern. Ohne diese Phase wird sie von Jahr zu Jahr schwächer.
Rhabarber richtig ernten: Schneiden oder drehen?
Die Frage, ob man Rhabarberstangen schneiden oder herausdrehen sollte, sorgt oft für Diskussionen. Die Antwort ist jedoch eindeutig: Rhabarber sollten Sie immer herausdrehen. Fassen Sie dazu den Stiel möglichst weit unten an der Basis an. Mit einer leichten Drehbewegung und einem seitlichen Ruck löst sich der Stiel sauber vom Wurzelstock.
Der Grund dafür ist einfach. Wenn Sie ein Messer verwenden, bleibt ein kurzer Stummel an der Pflanze zurück. Diese Schnittstelle ist eine offene Wunde und ein idealer Eintrittspunkt für Fäulnisbakterien und Pilze. Der Stumpf beginnt zu verrotten, und die Fäulnis kann auf das Herz der Pflanze, das Rhizom, übergreifen. Dies schwächt die gesamte Staude nachhaltig und kann im schlimmsten Fall zum Absterben führen. Das Herausdrehen hinterlässt eine saubere, natürliche Abbruchstelle, die schnell trocknet und sich selbst verschließt.
Wichtiger Hinweis
Verwenden Sie niemals ein Messer zum Ernten von Rhabarber. Die zurückbleibenden Stängelreste faulen leicht und schaffen eine Eintrittspforte für Krankheitserreger, die den Wurzelstock schädigen können.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Die Rhabarberpflege nach dem 24. Juni
Sobald die letzte Ernte in Ihrem praktischen
Erntekörbchen liegt, beginnt die Pflegephase. Mit diesen fünf Schritten machen Sie alles richtig.1. Ernte konsequent einstellen
Die Bauernregel, die Ernte am Johannistag zu beenden, hat zwei gute Gründe. Zum einen steigt der Gehalt an Oxalsäure in den Stielen im Laufe des Sommers an. In großen Mengen genossen, kann diese Säure gesundheitlich bedenklich sein. Zum anderen, und das ist der wichtigere Grund, benötigt die Pflanze die verbleibenden Monate bis zum ersten Frost, um sich vollständig zu erholen und Kraft zu tanken.
2. Blütenstände sofort entfernen
Manchmal schiebt Rhabarber, besonders bei Stress durch Trockenheit, einen imposanten Blütenstand in die Höhe. Auch wenn dieser dekorativ aussieht, sollten Sie ihn umgehend entfernen. Die Blütenbildung kostet die Pflanze extrem viel Energie, die sie eigentlich für die Speicherung in den Wurzeln benötigt. Schneiden Sie den gesamten Blütenstiel so tief wie möglich an der Basis ab. Das regt die Pflanze an, ihre Kraft wieder in die Blätter und Wurzeln zu lenken.
3. Düngen für neue Kraft
Rhabarber ist ein Starkzehrer und hat nach der Ernte großen Hunger. Eine kräftige Düngung im späten Juni oder frühen Juli ist daher essenziell. Arbeiten Sie eine Schicht reifen Kompost oder gut abgelagerten Mist oberflächlich in den Boden um die Pflanze ein. Achten Sie darauf, das Herz der Pflanze nicht zu bedecken. Eine Auswahl passender Dünger finden Sie auch bei uns im Shop, um Ihrer Pflanze genau die richtigen Nährstoffe zu geben.
Profi-Tipp
Verwöhnen Sie Ihren Rhabarber zusätzlich mit einer Gabe Pflanzenjauche, zum Beispiel aus Brennnesseln. Diese liefert schnell verfügbaren Stickstoff und wertvolle Spurenelemente, die das Blattwachstum nach der Ernte ankurbeln. Das stärkt die Photosyntheseleistung der Pflanze.
4. Ausreichend und richtig gießen
Mit seinen riesigen Blättern verdunstet Rhabarber an warmen Sommertagen eine beachtliche Menge Wasser. Sorgen Sie vor allem in trockenen Perioden für eine gleichmäßige Wasserversorgung. Gießen Sie lieber seltener, dafür aber durchdringend und tief, sodass das Wasser bis zu den Wurzeln vordringt. Das fördert ein tiefes Wurzelwachstum und macht die Pflanze widerstandsfähiger gegen kurze Trockenphasen. Nützliche Helfer für eine effiziente Gartenbewässerung erleichtern Ihnen diese Aufgabe.
5. Boden mulchen
Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Stroh oder angetrockneten Beinwellblättern ist eine Wohltat für jede Rhabarberpflanze. Die Schicht hält die Feuchtigkeit im Boden, unterdrückt lästiges Unkraut und fördert ein aktives Bodenleben. Mit der Zeit zersetzt sich das Material und liefert zusätzliche Nährstoffe.
Was tun mit den Rhabarberblättern und übrig gebliebenen Stangen?
Nach der Ernte stellt sich oft die Frage: Wohin mit den großen Blättern? Und was ist mit den Stangen, die nach dem 24. Juni noch an der Pflanze sind? Beides hat seinen Platz im Gartenkreislauf.
Die Blätter enthalten eine hohe Konzentration an Oxalsäure und sind daher für den Verzehr ungeeignet. Werfen Sie sie aber nicht weg! Kleingeschnitten eignen sie sich hervorragend als Mulchmaterial direkt unter der Pflanze oder auf anderen Beeten. Auf dem Komposthaufen zersetzen sie sich problemlos. Sie können aus den Blättern auch eine Jauche herstellen, die als biologisches Mittel gegen Blattläuse wirkt.
Zusätzlicher Rat
Legen Sie ganze Rhabarberblätter auf unkrautfreie Flächen in Ihrem Gemüsebeet. Sie wirken wie eine natürliche Barriere, die das Licht blockiert und so das Keimen von Unkrautsamen effektiv verhindert. Nach einigen Wochen sind sie verrottet und haben den Boden mit Nährstoffen angereichert.
Alle Stangen, die nach der Erntepause noch an der Pflanze sind, bleiben dort. Sie sind die Kraftwerke der Staude und dürfen nicht mehr entfernt werden. Sie versorgen die Pflanze bis zum Herbst mit Energie. Ihre letzte Ernte des Jahres transportieren und lagern Sie am besten in einem luftigen Korb wie unserem
Ernte- und Vorratskorb.Häufige Probleme nach der Ernte und wie Sie diese vermeiden
Auch nach der Ernte kann es zu Problemen kommen. Mit der richtigen Beobachtung können Sie jedoch schnell reagieren.
- Gelbe Blätter: Einzelne gelbe Blätter im Spätsommer und Herbst sind normal. Die Pflanze zieht die Nährstoffe ein und bereitet sich auf den Winter vor. Werden die Blätter jedoch schon im Hochsommer flächig gelb, kann das ein Zeichen für Nährstoffmangel oder Trockenstress sein. Prüfen Sie die Feuchtigkeit und verabreichen Sie bei Bedarf eine Flüssigdüngung.
- Schädlingsbefall: Gesunde, kräftige Pflanzen sind weniger anfällig für Schädlinge wie die Rhabarberfliege oder Schnecken. Eine gute Pflege ist die beste Vorbeugung. Bei Bedarf finden Sie in unserem Sortiment für Garten + Pflanzenzubehör passende ökologische Lösungen.
- Fäulnis am Herz: Dies ist oft eine Folge von Erntefehlern (Schneiden statt Drehen) oder zu tiefem Pflanzen. Achten Sie darauf, dass das Herz der Pflanze immer leicht aus der Erde ragt und nicht mit Mulch oder Dünger bedeckt wird.
Eine widerstandsfähige Pflanze ist die beste Verteidigung. Gute Standortbedingungen, eine ausgewogene Nährstoffversorgung und die Förderung von Nützlingen sind die Grundpfeiler des integrierten Pflanzenschutzes.
Vorbereitung auf den Winter und Ausblick auf die nächste Saison
Im Herbst verfärben sich die Blätter und ziehen sich nach dem ersten Frost vollständig zurück. Sie können die abgestorbenen Blätter als natürlichen Winterschutz auf der Pflanze liegen lassen. Sie zersetzen sich und geben ihre Nährstoffe an den Boden ab.
Für einen optimalen Start in die neue Saison geben Sie im Spätherbst eine letzte große Nährstoffgabe. Eine dicke Schicht Kompost oder gut verrotteter Stallmist, die Sie um die Pflanze herum verteilen, wirkt wie eine schützende Decke und versorgt den Boden über den Winter mit Nährstoffen. Dies ist die perfekte Starthilfe für den kräftigen Austrieb im Frühling.
Wenn Ihre Pflanze schon viele Jahre alt ist, können Sie den Herbst auch nutzen, um sie zu teilen und zu verjüngen. Oder Sie ergänzen Ihren Garten + Outdoor Bereich um eine neue Sorte. Der Rhabarber
'Holsteiner Blut' ist zum Beispiel für seine intensiv roten Stangen bekannt. Mit der richtigen Pflege nach der Ernte sichern Sie sich nicht nur die Ernte des nächsten Jahres, sondern erhalten die Vitalität Ihrer Rhabarberstaude für eine lange Zeit.Häufige Fragen
- Warum soll man Rhabarber nach dem 24. Juni nicht mehr ernten?
- Nach dem Johannistag steigt der Oxalsäuregehalt in den Stangen, was sie bei hohem Konsum belasten kann. Zudem benötigt die Pflanze die restliche Saison, um durch Photosynthese in den Blättern genügend Energie für die Überwinterung und den Austrieb im nächsten Frühjahr zu speichern.
- Schneiden oder drehen: Wie ernte ich Rhabarber richtig?
- Drehen Sie die Stangen immer heraus. Fassen Sie den Stiel weit unten an, drehen Sie ihn leicht und ziehen Sie ihn mit einem seitlichen Ruck von der Pflanze ab. Das Schneiden hinterlässt Stummel, die faulen und die Pflanze schädigen können, was das Risiko für Krankheiten erhöht.
- Meine Rhabarberpflanze blüht. Was soll ich tun?
- Entfernen Sie die Blüte sofort, indem Sie den gesamten Blütenstiel nah an der Basis abschneiden. Die Blütenbildung kostet die Pflanze sehr viel Kraft, die sie stattdessen in die Wurzeln und das Wachstum im nächsten Jahr investieren sollte. Häufiges Blühen kann ein Zeichen von Stress sein.
- Womit dünge ich Rhabarber nach der Ernte am besten?
- Rhabarber ist ein Starkzehrer. Nach der Ernte freut er sich über eine Gabe reifen Komposts oder gut verrotteten Pferdemists. Ein organischer Beerendünger ist ebenfalls gut geeignet. Diese Nährstoffe helfen der Pflanze, sich zu regenerieren und Reserven für den Winter anzulegen.
- Kann ich die giftigen Rhabarberblätter im Garten verwenden?
- Ja, die Blätter sind vielseitig nutzbar, auch wenn sie nicht gegessen werden dürfen. Sie eignen sich hervorragend als Mulchmaterial, um Unkraut zu unterdrücken, können kompostiert werden oder zu einer Jauche gegen Blattläuse verarbeitet werden. So führen Sie Nährstoffe zurück in den Kreislauf.
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